Tickets fürs große Konzert Gratis: Grönemeyer rockt für Flüchtlinge und Helfer

Die Überraschung ist perfekt: Erst am Dienstag wird bekannt, dass Herbert Grönemeyer gratis in München auftritt. Foto: dpa

Weil der Super-Star sein Kommen ankündigt, wird das Konzert „WIR. Stimmen für Flüchtlinge“ vom Odeons- auf den Königsplatz verlegt. Ab heute Mittag gibt’s die kostenlosen Tickets

 

München - Sie wollen sich für den überwältigenden Einsatz der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer bedanken und zeigen, dass die Münchner auch weiterhin bereit dazu sind, geflohene Menschen in ihrer Mitte aufzunehmen: Deshalb veranstalten die Sportfreunde Stiller und das Bündnis Bellevue di Monaco das Gratis-Konzert „WIR. Stimmen für Flüchtlinge“. Wie erst gestern bekannt wurde, erhalten die Münchner dabei Unterstützung von einem der ganz Großen der deutschen Musikbranche: von Herbert Grönemeyer. Das Open-Air wurde deshalb kurzfristig vom Odeons- auf den deutlich größeren Königsplatz verlegt. Die Besucherzahl soll über kostenlose Tickets reguliert werden. Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Event:

Wer tritt auf? Zugesagt haben bisher u.a. Comedian Michael Mittermeier, Songwriter Bosse, The Notwist, Wolfgang Niedecken, Fettes Brot, Wanda, Judith Holofernes, Blumentopf, Dreiviertelmond – und natürlich die Sportfreunde sowie Herbert Grönemeyer. Moderieren werden Joko Winterscheidt, Fiva und Rainer Maria Jilg. Alle Künstler verzichten auf ihre Gage.

Wo gibt’s die Tickets? Die 23 700 Eintrittskarten können ab heute, 13 Uhr, an allen 240 Vorverkaufsstellen von „München Ticket“ kostenlos abgeholt werden. Jede Person bekommt maximal fünf Karten.

Bis zu 10 000 Plätze sind für Geflüchtete und Helferkreise – auch von außerhalb – reserviert. Sie haben die Möglichkeit, sich per E-Mail über info@bellevuedimonaco.de zum Konzert anzumelden und bekommen die Karten dann entweder zugeschickt oder werden von den Veranstaltern auf die Gästeliste gesetzt.

Wann geht’s los? Einlass ist am Sonntag, 11. Oktober, um 16 Uhr. Die ersten Künstler werden um 17 Uhr am Königsplatz auf der Bühne stehen. Um 23.15 Uhr soll die Veranstaltung zu Ende sein.

Aktuelle Informationen zum Open-Air findet man auf der Facebook-Seite „WIR. Stimmen für geflüchtete Menschen – Open Air Musik Fest“.

Welche Rolle spielt die Stadt München beim „Danke-Konzert“? Die Kommune unterstützt die Organisatoren mit 150 000 Euro für Sicherheit und Technik. „Herzlichen Dank an meine Kollegen im Stadtrat, die dieser Spontan-Idee des OB sofort zugestimmt haben“, sagte Dieter Reiter am Montag. Es sei ein „tolles Zeichen, dass es darüber überhaupt keine Diskus- sionen gab.“ An die Veranstalter gewandt sagte der Rathaus-Chef: Das Konzert sei ein „richtiges Signal zur richtigen Zeit, ein Zeichen für ein weiteres Miteinander“, mit dem man demonstrieren wolle, „dass wir die positive Stimmung aufrecht erhalten wollen“. Diese Haltung sei notwendig. Schließlich brauchten die vielen Tausend Neuankömmlinge in Deutschland nicht nur ein Dach über dem Kopf. „Es geht nicht darum, dass man sie einfach in Turnhallen parkt – wir müssen sie auch integrieren“, so Reiter.

Von Berlin fühlt sich der Münchner in dieser Hinsicht im Stich gelassen: Die zwei Milliarden, mit denen die Bundesregierung Länder und Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen unterstützt, „spotten im Vergleich zur Bankenrettung jeder Beschreibung. Auch die Kanzlerin sagt immer nur: Wir schaffen das. Aber sie sagt nicht wie.“

Um Politik soll es beim Konzert am Sonntag aber eigentlich nicht gehen – vielmehr um ein Gefühl. Um Weltoffenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander. Dieter Reiter: „Alle, die kommen, sollen miteinander feiern und es als Danke und Welcome verstehen.“

Und was sagen die Initiatoren? Peter Brugger von den Sportfreunden: Die Idee zum Konzert sei ihm und seinen Band-Mitgliedern gekommen, „weil wir bewegt und berührt sind vom Engagement der Menschen in dieser Stadt und in ganz Deutschland“. Es sei wichtig, dass Menschen, die Hilfe brauchten, diese auch weiterhin bekämen. „Und bei einem Konzert, wenn man sich zusammensetzt, zusammen isst und trinkt, verschwinden Ängste – schwuppdiwupp.“

„Bei uns soll es keine Mauern und keine Zäune geben“, sagt „Bellevue di Monaco“-Gründer Till Hofmann: „Diese Meinung wollen wir mit unseren Künstlern unterstreichen.“

 

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