Theresienwiese Schnäppchenjäger bei Bayerns größtem Flohmarkt

Klicken Sie sich hier durch die Bilder von Bayerns größtem Flohmarkt auf der Theresienwiese am Samstag. Foto: AZ-Kombo | Bilder: Daniel von Loeper

Am Samstag fand auf der Theresienwiese der größte Flohmarkt Bayerns statt. Wie in den letzten Jahren herrschte auch heuer riesiger Andrang von Schnäppchenjägern und Schaulustigen.

Ludwigsvorstadt - "Meine Frau sammelt Vogelkäfige. Wir haben schon 20 Stück zuhause“, erzählt ein Münchner. Auf der Theresienwiese hat er Nummer 21 gefunden – auf Bayerns größtem Flohmarkt. Vielen Sammlern geht hier das Herz auf und über, denn zwischen Büchern, Kisten voller Stempel, Raclette-Sets und alten Telefonen bieten Händler immer wieder Liebhaber-Stücke an. „One man’s trash is another man’s treasure“ lautet ein englisches Sprichwort und der Gedanke hinter dem Flohmarkt: Des Einen Glump ist des Anderen Schatz. Rund 3000 Händler bieten am vergangenen Samstag Ware für etwa 80 000 Besucher an.

Unter dem wachsamen Blick der Bavaria treiben sich trotz des nur durchwachsenen Wetters junge Alternative, Alt- und Neu-Hippies, leidenschaftliche Sammler und Liebhaber mit scharfem Blick für besondere Stücke herum.

Es gibt Händler, die jedes Stück für 50 Cent anpreisen (wobei sich teilweise die Frage stellt, ob die feilgebotene Ware diese 50 Cent wert ist) und Profis, die besondere Stücke an ihren Ständen haben und jedes Jahr hier sind. Ein anderer muss seine Ware früh wegräumen – die aufgebauten Samuraischwerter verstoßen gegen das Waffengesetz, teilen ihm die Polizeibeamten mit. Auch ein Stammgast ist wieder da – ein Medizinerskelett wartet auf einen Käufer.

Aus allen Richtungen kommt Musik (von den Grammophonen – zu Vorführzwecken), der Boden ist stellenweise vermatscht, Händler sitzen entspannt in Liegestühlen – es herrscht Festivalstimmung auf der Theresienwiese.

2014 sei es zwar besser gelaufen, weil das Wetter so toll war, berichten die alten Hasen unter den Händlern. Aber die Stimmung und das Geschäft seien auch heuer gut. Das bestätigt sich, wenn man die Käufer beobachtet, wie sie mit ihrer Ausbeute beladen dem Auto entgegenstolpern. Eine junge Frau hat drei Hüte übereinander auf dem Kopf, ein Pärchen trägt eine riesige rote Truhe über die Frühlingswiesn.

Nicht alle wollen sich diese langen Wege antun. Etwa 6500 Autos parken auf der Theresienwiese, viele suchen noch einen kostenlosen Parkplatz in einer der umliegenden Straßen. Die Polizei berichtet von 200 ausgestellten Strafzetteln, elf Autos werden abgeschleppt.

Die Händler sitzen meist seit drei oder vier Uhr früh an ihren Ständen, richtig viel los ist erst am Nachmittag, als das Wetter ein wenig freundlicher wird. Das ist wohl mit ein Grund warum der Flohmarkt nicht so recht enden will. Trotz des offiziellen Endes um 16 Uhr ist die Theresienwiese noch um sechs Uhr abends so voll, dass die Händler nicht wegkommen. Ja mei, wenn’s halt grad so schee ist...

 

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