Theresienhöhe Ausgelutzt! Möbelmarkt XXXLutz schließt

Das Ende des Möbelverkaufs auf der Theresienhöhe: Nach Karstadt (2004) schließt jetzt auch XXXLutz. Foto: xxxlutz

Der Möbelmarkt XXXLutz auf der Theresienhöhe schließt. 160 Mitarbeiter sind ab sofort freigestellt – und von dem Entschluss überrascht worden. Bald soll hier ein Einkaufszentrum entstehen

 

Schwanthalerhöhe -„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Helmuth Götz, Unternehmenssprecher und Geschäftsführungsmitglied der XXXL Unternehmensgruppe. Nach gut neun Jahren wird der Möbelmarkt XXXLutz auf der Theresienhöhe dicht gemacht, Ende des Jahres soll alles leer sein.

„Nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller Möglichkeiten“ habe man sich zu diesem Schritt entschlossen. Die Unternehmensgruppe verkauft den Standort an eine Entwicklungsgesellschaft. Die plant ein modernes Einkaufszentrum "mit einem umfassenden Angebot an Waren und Dienstleistungen zur Nahversorgung".

Auch Cafés und Restaurants sollen entstehen, das Areal wird großflächig umgebaut. Die Vorverträge sind gemacht, Details zu Käufer oder Kaufpreis will man aber noch nicht nennen.

Für das Unternehmen, eigentlich bekannt für einen ehrgeizigen Expansionskurs, ist es das erste Mal in der Unternehmensgeschichte, dass ein Standort geschlossen wird. „Großflächiger Möbelhandel in der Innenstadt funktioniert einfach nicht“, erklärt Helmuth Götz den Schritt. Auf der Theresienhöhe habe das Möbelhaus mit rund 20000 Quadratmetern einfach zu wenig Platz.

Hauptproblem sind die beengten Lagerkapazitäten. Gut ein Drittel der Kunden wolle seine Möbel beim Kauf direkt mit nach Hause nehmen. „Die mussten wir zum Zentrallager nach Anzing schicken, um die Ware abzuholen“, sagt Götz. Der Kundenzufriedenheit und dem Umsatz sei das eher abträglich gewesen.

Das Problem beschäftigte das Unternehmen seit Jahren. Versuche, die Lagerkapazitäten zu vergrößern, scheiterten. Eine Reduzierung der Ausstellungsfläche sei an einem solchen Standort zu teuer, ein Antrag für eine Verkleinerung der Parkflächen konnte von der Stadt nicht genehmigt werden, sagt Götz. Also, schließen.

Seit Mitte des Jahres laufen die konkreten Planungen, am Samstag wurde den Betriebsräten und der Belegschaft die Entscheidung mitgeteilt.

Die meisten der 160 Mitarbeiter seien sehr überrascht gewesen, sagt Götz. Alle würden bei vollen Bezügen ab sofort freigestellt – so lange, bis mit den Betriebsräten ein Sozialplan ausgehandelt sei.

Erst dann gibt es Kündigungen. „Ob Mitarbeiter in anderen Filialen untergebracht werden können, hängt natürlich auch von der Flexibilität des Einzelnen ab“, sagt Götz.

Ab Montag wird das Haus bis einschließlich Mittwoch zugemacht. Ab Donnerstag startet dann der Räumungsverkauf mit Mitarbeitern aus anderen Filialen.

Man wolle den teilweise langjährigen Mitarbeitern erparen, die eigene Filiale abzuwickeln, wie es derzeit etwa bei Praktiker der Fall sei, sagt Götz.

 

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