Themenwelten Reise & Erholung Billiger zur Hotline

Vorsicht vor teuren 0180er-Nummern. Foto: dpa

Teuren Servicenummern ein Schnippchen schlagen: Hinter kostspieligen 0180er-Nummern verstecken sich fast immer günstige Ersatznummern.

 

Wer nur schnell einen Flug umbuchen will oder eine Reklamation anzubringen hat, der kennt das: Minutenlang hängt man in einer Warteschleife, hört dazu meistens noch dümmliche Musik und hat viel Zeit, sich darüber zu ärgern, dass der Tarifzähler läuft und läuft. Das hat die Regierung zwar zu ändern versprochen, doch passiert ist bislang wenig. Besonders nervig: Eigentlich haben die meisten Leute heute ja eine Flatrate und könnten ohne Zusatzkosten telefonieren. Aber viele Hotlines sind 0180er-Nummern - und die kosten bis zu 20 Cent pro Minute, vom Handy aus sogar bis zu 42 Cent.

Geldschneiderei mit Rufumleitung

Doch das muss nicht sein. So gut wie jede Hotline ist außer über die propagierte 0180er-Nummer auch direkt erreichbar. " Hinter den allermeisten Servicenummern versteckt sich eine ganz normale Festnetznummer ", weiß Rafaela Möhl vom Internetportal Teltarif. "Auf die wird man nur umgeleitet."

Das hat bisweilen seinen guten Grund, wenn etwa ein Mietwagenunternehmen jeden Anrufer zur nächstgelegenen Filiale leitet oder eine Fluggesellschaft den Anrufer zum am wenigsten belasteten Callcenter dirigiert. Oft ist es aber auch einfach Geldschneiderei. Viele Unternehmen lassen sich ihren Service auf diesem Umweg nämlich indirekt bezahlen.

Verbraucherschützer raten, sich das nicht gefallen zu lassen und lieber erst mal ins Internet zu sehen. Dort führt Teltarif unter der Adresse www.0180.info ein spezielles Telefonbuch, das zu den teuren Servicenummern die zugehörigen Ersatznummern verrät. Einzugeben ist entweder der Firmenname oder die Hotline, und man bekommt dann die passende Festnetznummer, falls sie verzeichnet ist.

Auf Umwegen ans Ziel

Nicht immer kommt man über die angegebene Nummer unmittelbar zum gewünschten Mitarbeiter. Bei Lufthansa landet man zum Beispiel beim Check-in, kann sich aber zur Reservierung verbinden lassen. Ähnlich bei der Bahn, die vom Bahncard-Service zum Reiseservice durchstellt. Häufig sind auch einfach die Telefonzentralen der jeweiligen Firma aufgelistet.

Die meisten der mittlerweile rund 8000 eingetragenen Rufnummern stammen von Privatleuten. Deshalb kann auch mal eine falsch oder veraltet sein. So ist das eben im Internet. Und wenn man selbst eine bessere Alternative herausbekommen hat, kann man sie ja ebenfalls in die Liste eintragen - für den nächsten.


Hans-Werner Rodrian

 

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