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Regelmäßiges Lüften beugt Schimmel vor - vor allem, wenn Wäsche in der Wohnung trocknet. Foto: dpa

Ob Sommer oder Winter: Leicht kann sich Schimmel im Haus bilden. Los wird man ihn wieder mit den richtigen Methoden

 

BREMEN Viele Hausbesitzer öffnen an warmen Tagen die Kellerfenster zum Lüften. So werden feuchte Kellerräume schneller trocken, denken sie. Doch die warme Luft schlägt sich beim Abkühlen als Feuchtigkeit an den kalten Wänden nieder. Das sind perfekte Bedingungen für Schimmel.

Kleine Schimmelschäden können selbst beseitigt werden. Bei großflächigem Befall muss aber der Profi ran. Nimmt der Schimmel eine Fläche von mehr als einem Quadratmeter ein, sollte eine Fachfirma beauftragt werden, rät Umweltberaterin Elke Meier. Zu empfehlen sind spezielle Firmen für Schadstoffsanierung. Fachfirmen können bei den Gesundheitsämtern erfragt werden, ergänzt Umweltexperte Heinz-Jörn Moriske.

Typische Stellen im Haus, an denen sich schnell Schimmel bildet, sind Fensterleibungen, Silikonfugen im Bad, die Ecken an Außenwänden, die Wand hinter den Möbeln im Schlafzimmer und im Keller. „Schimmel wächst immer da, wo genügend Feuchtigkeit ist“, erläutert Meier. Ein fehlender Luftaustausch tut ein Übriges. Oft sind es aber auch einfach die Lebensumstände: „Eine vierköpfige Familie produziert täglich allein durch Kochen, Waschen und die Atmung zehn bis zwölf Liter Wasser“, sagt Meier. Da muss entsprechend viel gelüftet werden. Zu wenig Luftaustausch ist oft der Knackpunkt. „Fehlendes Lüften, zu wenig Heizen und eine schlechte Wärmedämmung sind häufige Ursachen für Schimmel“, erklärt Moriske. Aber auch durch sogenannte Wärmebrücken – undichte Stellen – oder Risse in der Fassade oder im Dach gelangt Feuchtigkeit ins Haus. „Eine dritte Ursache sind Havarien, wie ein Rohrbruch oder ein Loch im Dach, durch das Wasser eindringt.“

Ist der Schimmelbefall entsprechend klein und oberflächlich, können Verbraucher ihn selbst bekämpfen. Dafür eignet sich vor allem 70-prozentiger Alkohol, sagt Meier. Ein weiterer Schimmelkiller ist Wasserstoffperoxid, empfiehlt Werner Eicke-Hennig. Chlorhaltige Reiniger sind zu vermeiden, weil die Dämpfe Schleimhautreizungen hervorrufen können. Brennspiritus hilft ebenfalls, sagt Moriske. Auch mit Essig kann dem Schimmel zu Leibe gerückt werden. „Die antibakterielle Wirkung führt aber nur auf Metall oder Keramik zum Erfolg“, warnt Moriske. Bei der Schimmelbeseitigung muss man Schutzkleidung tragen und die Fenster öffnen. „Unverzichtbar sind Handschuhe, eine Brille und eine Atemmaske“, erklärt Meier. Erst dann werden die befallenen Stellen mehrmals mit einem getränkten Lappen oder einem Hausschwamm abgewischt. „Anschließend wird der Lappen in einer Tüte verschlossen und in den Hausmüll entsorgt.“

Wer einige Regeln verinnerlicht, kann die Gefahr für einen erneuten Befall verringern. Richtig lüften ist das A und O: „Morgens und abends mit geöffnetem Fenster für fünf bis zehn Minuten Stoßlüften – das genügt“, sagt Moriske. Auch „kontinuierliches“ Heizen ist eine Regel. „Stellen Sie die Thermostate einmal auf Ihre 'Wohlfühltemperatur'. Dann werden sie nicht mehr verändert.“ Nach dem Duschen sollte die Tür des Badezimmers geschlossen bleiben. Andernfalls verteilt sich der Wasserdampf in der Wohnung. Besser ist es, im fensterlosen Bad die Schachtlüftung regelmäßig zu kontrollieren. Jeder Raum sollte außerdem einzeln geheizt und gelüftet werden. Und das Bett im Schlafzimmer steht für eine bessere Luftzirkulation mit etwas Abstand an einer Außenwand.

 

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