Thema Sicherheit in der 4. Liga Die Löwen in der Regionalliga: "Null Pyro, null Gewalt"

Leider keine Seltenheit: 1860-Chaoten zünden Pyrotechnik im Stadion – hier beim 1. FC Heidenheim. Foto: sampics/Augenklick

Auf seiner Sommertagung hat der Bayerische Fußball-Verband über das Thema Sicherheit gesprochen. Sollte Pyrotechnik im Stadion gezündet werden, könnte der Schiedsrichter das Spiel theoretisch sogar abbrechen.

 

München - Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und alle 19 Vereine der Regionalliga Bayern haben sich auf der Sommertagung in der Augsburger WWK Arena auf eine klare Vorgehensweise beim Thema Sicherheit verständigt. "Wir wollen, dass Regionalliga-Fußball auch in kleineren Stadien möglich ist. Das geht nur, wenn sich alle an die Spielregeln halten. Unsere gemeinsame Linie von BFV, Polizei und Vereinen heißt deshalb: Null Pyro. Null Gewalt. Ich setze auf das Verständnis und die Vernunft der Fans und hoffe, dass wir ebenso stimmungsvolle wie friedliche Spiele erleben", erklärte Verbands-Spielleiter Josef Janker.

Sollte es jedoch wirklich zum Einsatz von Pyrotechnik kommen, wird ein Stufenplan anwandt – dieser hat sich bereits in den vergangenen Jahren immer wieder bewährt. Bereits beim ersten Vorfall unterbricht der Schiedsrichter die Partie bis sich die Lage wieder beruhigt hat. "Wenn es brennt, wird nicht gespielt!", betont Janker. Sollte es danach noch zu weiteren Pyro-Vorfällen kommen, kann der Unparteiische das Spiel sogar abbrechen.

Relegations-Rückspiel: Das Spiel der Schande

"Anhänger" der Löwen sind in der Vergangenheit immer wieder wegen Pyro-Vorfällen und Gewaltausbrüchen ausgefallen. Bisheriger trauriger Höhepunkt war das Relegations-Rückspiel in der letzten Saison. Neben dem Zünden von Pyrotechnik rissen einige Chaoten sogar die Sitzschalen aus der Verankerung und warfen diese in den gegnerischen Strafraum – auch Eisenstangen flogen aufs Feld. Das Spiel musste für mehrere Minuten unterbrochen werden – ein Großaufgebot der Polizei versuchte die Lage in der Nordkurve zu beruhigen.

Auch gegen sichtbare Banner mit rassistischen, fremdenfeindlichen oder politisch radikalen Parolen geht der BFV konsequent vor. "Unsere Schiedsrichter laufen in so einem Fall erst dann mit den Mannschaften ins Stadion ein, wenn die Banner entfernt sind. Passiert nach dem Anstoß etwas, wird die Partie unterbrochen", erläutert BFV-Schiedsrichterobmann Walter Moritz.

"Null Pyro. Null Gewalt": Das betonte auch BFV-Präsident Rainer Koch zuletzt. "Wir reichen den Fans die Hand und gehen von friedlichen Spielen aus. Wenn aber gegen Regeln verstoßen wird, verfolgen wir seit jeher gemeinsam mit den Polizeibehörden und Ordnungsämtern eine klare und konsequente Linie. Wir setzen darauf, dass die Fans das auch verstehen."

 

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