Thannhausen Heiner Kamps: Keine Villa für den Back-Baron?

Heiner und Ella Kamps haben gerade Zwillinge bekommen, drei Kinder hat der Millionär schon. Foto: imago

Bäcker-Baron Heiner Kamps will bauen. Auf einem besonders schönen Stück Land. Aber einige Thannhausener machen gegen sein Luxus-Anwesen mobil.

 

Thannhausen -  Kurz vor Weihnachten sind die Zwillinge, zwei Buben, auf die Welt gekommen. Bäcker-Baron Heiner Kamps (58) und seine neue Frau Ella (33), wollen die Buben gern in Thannhausen aufziehen, wo sie verwurzelt ist und „Ellas Bar“ betreibt – die Bar, in der sich das Paar auch kennengelernt hat. In Thannhausen wollen die Kamps ein Anwesen auf einem besonders schönen Stück Land errichten. Nur: Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand.

Eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, die dieses Vorhaben verhindern will. „Alpenblick“ heißt das 32000 Quadratmeter große Areal, an dem sich die Geister scheiden. Eine prominente Lage auf einem Höhenzug am Rande der Stadt; Grünland, das im Flächennutzungsplan als „ökologisch besonders schützenswertes Gebiet“ ausgewiesen ist, wie Helmut Kramer sagt, und nun Bauland werden soll.

Kramer, der Leiter dieser Initiative, hat das Interesse daran aber langsam satt. „Wir haben die Unterschriften der Stadt zukommen lassen, die prüft das jetzt. Wir wollen ein Stück Landschaft und Natur erhalten – mit der Familie Kamps hat das nichts zu tun! Selbst wenn der Papst dort bauen wollte, wären wir dagegen.“

Die Befürworter des Bebauungsplans sprechen von einer „Hetzkampagne“ gegen die Kamps. „Bestechung“, murmeln hingegen die Gegner, da die Kamps’ einige Vereine in der Kleinstadt mit Spenden unterstützt hätten. Seit über einem Jahr zieht sich diese Posse nun schon hin, und seit einem gestiegenen Medieninteresse liegen die Nerven auf allen Seiten blank.

Anfang letzten Jahres schon hatten die Kamps ihren Bauantrag kurzfristig zurückgezogen, nachdem über 700 Unterschriften dagegen gesammelt wurden. „Ich will nicht in einer Nachbarschaft wohnen, in der ich nicht willkommen bin“, sagte Ella Kamps unter Tränen vor einem Jahr, ihr Mann meinte: „Neid und Missgunst haben viele dazu bewogen, zu unterschreiben.“ Sogar ihr Lokal schloss Ella Kamps wegen zahlreicher Anfeindungen vorübergehend.

Im Oktober letzten Jahres stellten die Kamps aber doch einen neuen Bauantrag – die Nutzungsänderung ging auch durch den Stadtrat. Ein Bürgerentscheid im März, zeitgleich zu den Kommunalwahlen, soll nun klären, ob das Kampsche Anwesen mit Pferdestall und Sportplatz jemals gebaut werden wird. Bürgermeister Georg Schwarz (CSU) hätte das Thema am liebsten längst vom Tisch.

„Das hier ist kein Dorfaufstand – es geht gesittet zu. In einer Demokratie darf es zwei Meinungen geben oder auch drei oder vier, das ist doch klar. Und ich empfinde es als den richtigen Weg, jetzt die Bürger entscheiden zu lassen. Das Ergebnis wird dann hoffentlich von beiden Seiten akzeptiert.“

 

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