Terrorprozess gegen Islamist Harun P. Münchner Salafist posiert in Richterrobe

Der Angeklagte Harun P. (l.) und sein Verteidiger. An Richter Manfred Dauster (nächstes Foto) gibt es unterdessen viele unbequeme Fragen. Foto: dpa

Neue Enthüllungen bringen den Richter Manfred Dauster in Bedrängnis. Er soll über einen Islamisten urteilen - und pflegt offenbar selber fragwürdige Kontakte.

 

München - Er posiert vor den Gesetzen, die er ablehnt, die er bekämpft: Salafist Mehmet A. (Name geändert) hat sich in einem  Zimmer des Oberlandesgerichts München eine Richterrobe umgeworfen und hält grinsend die Daumen nach oben. „Alles okay!“, soll die Geste auf dem Foto, das der AZ vorliegt, wohl bedeuten.

Für Richter Manfred Dauster geht der Daumen eher in die andere Richtung: Der 59-Jährige sitzt derzeit dem Prozess gegen den Dschihadisten Harun P. vor (AZ berichtete) und muss sich unbequeme Fragen stellen lassen, die er bislang lieber nicht beantwortet.

Fest steht: Von den beiden existiert ein gemeinsames Urlaubsfoto, auf dem sie sehr vertraut wirken. Die „Bild“-Zeitung hat es aufgespürt und veröffentlicht.

Klar ist auch, dass Mehmet A. mit der Gruppe „Die wahre Religion“ sympathisiert. Das sind die Initiatoren der umstrittenen Koran-Verteilungen („Lies!“). Erst gestern behaupteten sie auf Facebook, dass jeder Nicht-Muslim, der von Mohammed gehört hat und ihm nicht folgt, in die Hölle kommt. Wer hinter den Anschlägen von Paris steckt? „Natürlich die Juden“, sind sich die User sicher. Auch ein antisemitisches Video soll Mehmet A. auf Facebook gepostet haben. Sein Account ist seit gestern gelöscht.

Der Richter und der Salafist – in welcher Beziehung stehen sie zueinander? Das kann nur Manfred Dauster beantworten. Wie auch die Frage, ob es seine Robe ist, die Mehmet A. auf dem Foto angezogen hat.

Einen Befangenheitsantrag hat die Bundesanwaltschaft bislang nicht gestellt. Einige Kollegen am Oberlandesgericht sind irritiert. Den Daumen senken will noch keiner.

 

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