Terror-Anschlag in Sousse Blutbad in Tunesien: Viele Deutsche am Strand erschossen

Tunesische Sicherheitsbehörden haben den mutmaßlichen zweiten Attentäter verhaftet. Foto: dpa

Bei einem terroristischen Angriff auf ein Touristenhotel sind in Tunesien nach offiziellen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

 

Sousse - In der bei Touristen beliebten Stadt Sousse haben mindestens zwei mit automatischen Waffen ausgerüstete Attentäter einen Hotelkomplex angegriffen. Zahlreiche Bilder auf Twitter zeigen getötete Touristen am Strand vor dem Hotel. Anscheinend schossen die Attentäter wahllos auf die Badegäste. Ob es auch im Hotel Opfer gab, ist derzeit nicht bekannt.

Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand lagen.

Die genaue Zahl der Opfer ist derzeit noch nicht absehbar, es mittlerweile wurden jedoch 28 Tote bestätigt. Es wird allerdings befürchtet, dass diese Zahl noch weiter steigen könnte. Zunächst war die Zahl der Opfer mit sieben angegeben wurden, kurz darauf korrigierten die Behörden den Wert auf 19 Tote. Die Zahl der Verletzten wird aktuell mit 20 angegeben.

Viele Deutsche unter den Toten?

Laut tunesischen Medien handelt es sich bei den meisten Opfern um Deutsche und Briten. Das tunesische Gesundheitsministerium bestätigte jedoch, dass sich eine nicht näher genannte Zahl an Deutschen und den Opfern befände.

Nach dem Angriff auf das Hotel «Imperial Marhaba» prüft der Reisekonzern Tui, ob deutsche Urlauber unter den Opfern sind. Angeblich handelt es sich bei dem Hotel um ein Haus der Riu-Gruppe. Diese Kette gehört zum Tui-Konzern mit Hauptsitz in Hannover. «Wir haben noch keine genauen Erkenntnisse, ob möglicherweise Gäste von uns betroffen sind», sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Fest stehe derzeit nur, dass sich aktuell etwa 260 Urlauber aus Deutschland, die bei der Tui gebucht hatten, im Umkreis des Anschlagsortes aufhielten.

Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Freitagnachmittag in Berlin: «Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest. Wir wissen noch nicht, ob auch Deutsche unter den Opfern sind.» Nach Angaben des Ministeriums bemüht sich die deutsche Botschaft in Tunis «mit Hochdruck» um Aufklärung.

Ein Team der Botschaft machte sich auf den Weg zum Anschlagsort im Badeort Sousse, etwa 120 Kilometer von Tunis entfernt. Zudem richtete das Auswärtige Amt unter der Telefonnummer 030/5000 3000 eine Hotline ein.

Offenbar ein Attentäter getötet, zweiter gefasst

Ein bei Twitter gepostetes Bild soll angeblich einen von Sicherheitskräften erschossenen Attentäter zeigen. In einem Feuergefecht hatten Sicherheitskräfte einen der Angreifer getötet und später zahlreiche Sturmgewehre beschlagnahmt, hieß es aus Sicherheitskreisen in Tunesien. Bei dem getötete Terroristen handelt es sich demnach um einen tunesischen Staatsbürger. Ein zweiter Attentäter konnte nach der Tat flüchten und lieferte sich dabei einen heftigen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Er konnte inzwischen allerdings offenbar gefasst werden.

Ein Twitter-Account, der der Terror-Miliz IS nahesteht, vermeldet, dass der Islamische Staat die Verantwortung für den Anschlag übernehme.

Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt Tunis mehr als 20 Menschen getötet worden.

Weiterer Anschlag in Kuwait

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait sind während des traditionellen Freitagsgebets mindestens 25 Gläubige ums Leben gekommen. Weitere 202 Menschen seien verletzt worden, teilte das kuwaitische Innenministerium mit.

Der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich in sozialen Medien zu dem Anschlag auf die Imam-Sadik-Moschee im Osten der Hauptstadt Kuwait-Stadt. Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht.

Der Sprecher der Terrorgruppe, Abu Mohammed al-Adnani, hatte zuvor Unterstützter und Sympathisanten aufgerufen, während des Fastenmonats Ramadan Attentate auf «Feinde» des Islams zu verüben. Aufseiten des Islamischen Staates kämpfen Muslime sunnitischer Glaubensrichtung. Diese extremistischen Sunniten werfen Schiiten vor, sie seien vom rechten Glauben abgefallen.

Diese Meldung wird fortlaufend mit neuen Informationen ergänzt.

Der Ort des Anschlags: Die tunesische Hafenstadt Sousse

 

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