Temkollege gesucht Vettels Liebling, der Eismann

Wird Räikkönen der Nachfolger von Webber bei Red Bull? Der Weltmeister hofft drauf.

 

Silverstone - Er ist cool, irgendwie verrückt, anders, extrem schnell und noch viel begehrter – Kimi Räikkönen. Red Bull will den Mann aus Finnland unbedingt an die Seite seines Kumpels Sebastian Vettel (25) holen, für Mark Webber.

Doch Lotus gibt den Kampf um seinen 33-jährigen, genannt: der „Ice Man”, nicht so einfach auf. „Red Bull jagt Kimi, aber wir werden alles tun, um ihn zu halten”, sagte Lotus-Teamchef Eric Boullier in Silverstone: „Er ist unser großes Plus. Kimi wird entscheiden, was er machen will. Er weiß, was er an uns hat, und er hat sicherlich eine Vorstellung davon, was ihn bei Red Bull erwartet. Das Umfeld muss bei ihm passen.”

Wild, entschlossen, abenteuerlustig: Räikkönen passt in das Image, das der Brausehersteller über die Formel 1 transportieren will. Aber genau da liegt auch das Problem. Der Ex-Weltmeister, der gerne im Affenkostüm Speedboat-Rennen fährt verspürt wenig Lust, auf Sponsorenterminen den Grüß-August zu spielen. Bei Lotus genießt er alle Freiheiten, in der Marketingmaschine Red Bull wäre das sicher anders. „Gewisse Verpflichtungen gibt es nun einmal”, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Und deshalb ist Boullier „absolut davon überzeugt, dass Kimi nächstes Jahr in unserem Auto sitzt”, wie er der Bild am Sonntag sagte. Bei Lotus soll Räikkönen 15 Millionen Dollar (11,5 Millionen Euro) pro Jahr verdienen. Bei den Bullen wäre es sicher mehr, zudem bekäme er den wohl besten Wagen des Feldes. „Aber Kimi ist nicht käuflich. Er braucht nicht noch mehr Geld in seinem Leben. Red Bull kann Kimi nicht kaufen”, sagte Boullier, der vor allem auf den Kuschel-Bonus setzt, um seinen Star zu halten. Bei Lotus ist alles auf Räikkönen ausgerichtet, bei Red Bull regiert Vettel.

Der Umworbene lässt sich nicht in die Karten blicken. „Ich weiß noch nicht, was ich nächstes Jahr tun werde”, sagte Räikkönen und zog seine Kappe noch tiefer ins Gesicht, weil er seine Frisur nicht zeigen will – wohl ein Irokesenschnitt. „Ich kann machen, was immer ich will”, sagte der 33-Jährige. Und zwar nicht nur beim Friseur: Ich habe keinen Vertrag – das ist kein Geheimnis. Ich habe zwei, drei Optionen auf dem Tisch."

Vettel hat sich bereits für Räikkönen ausgesprochen. Anders als bei seinem Intimfeind Webber, der zu Porsche wechselt, hat er zu dem Finnen ein freundschafliches Verhältnis. Aber auch Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne vom kleineren Schwesterteam Toro Rosso gelten als Kandidaten.

Aber Red-Bull-Teamchef Christian Horner kündigte Gespräche mit Räikkönen an: „Es wäre ein Fehler von uns, nicht mit Kimi zu sprechen.”

 

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