Technische Probleme Risse im Drehgestell! Neun U-Bahn-Züge fallen aus

In den nächsten Tagen ist die Münchner U-Bahn etwas knapp mit Zügen. Schuld sind Risse, die bei Untersuchungen an einigen Drehgestellen der Zug-Baureihen A und B entdeckt wurden. Foto: SWM

Vorsichtsmaßnahme bei der Münchner U-Bahn - Neun Züge fallen aus, weil sie Schäden aufweisen. Bei einer Sonderüberprüfung wurden in einigen Fällen Anzeichen auf kleinere Risse festgestellt

 

München - Am Mittwoch kam es bei der U-Bahn zum kurzfristigen Ausfall von neun U-Bahnzügen. Die Linie U4 wurde deswegen vorübergehend auf den Abschnitt Arabellapark-Max-Weber-Platz verkürzt und die Fahrgäste bis zur Theresienwiese auf die U5 umgeleitet.

Ressortleiter Raimund Paul, zum Hintergrund: „Bei einer kurzfristigen intensivierten Sonderüberprüfung wurden in einigen Fällen Anzeichen auf kleinere Risse festgestellt. Als Vorsichtsmaßnahme bis zur weiteren Klärung habe ich diese Fahrzeuge aus dem Betrieb genommen.“ Insgesamt sind aktuell 29 (von 976) Drehgestelle von Rissen betroffen. Auch in den nächsten Tagen sind daher weitere Ausfälle möglich.

„Bei regelmäßigen Überprüfungen der Drehgestelle von U-Bahnwagen wurden in den letzten Wochen bei einigen Dreh-gestellen Risse im stählernen Drehgestellrahmen festgestellt", so Raimund Paul. Daraufhin wurde veranlasst, dass alle Drehgestelle der Baureihen A und B einer kurzfristigen intensivierten Sonderüberprüfung unterzogen werden.

Dabei wurden in einigen Fällen weitere Anzeichen auf kleinere Risse festgestellt. Als Vorsichtsmaßnahme bis zur weiteren Klärung sind diese Fahr-zeuge aus dem Betrieb genommen. Dadurch entstand ein vorübergehen-der Fahrzeugengpass.

Die Auswirkung auf den Fahrplan wurde leider dadurch verstärkt, dass wegen der aktuellen Baustelle im Münchner Norden nur ein begrenztes nächtliches Zeitfenster zum Austausch der Fahr-zeuge zwischen Werkstatt und Netz zur Verfügung steht.

In diesem Zeitfenster konnten nicht alle überprüften und nicht betroffenen Wagen zurück ins Netz überführt werden. Insgesamt sind aktuell 29 (von insgesamt 976) Drehgestellen der Baureihen A und B von Anzeichen einer Rissbildung betroffen und deshalb vorübergehend außer Betrieb. Es handelt sich dabei um Drehgestelle unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Laufleistung und auch verschiedener Hersteller.

Raimund Paul: „Risse in stark beanspruchten Stahlteilen bzw. im Bereich von Schweißnähten sind nicht grundsätzlich außergewöhnlich und, so lange sie klein bleiben und natürlich je nach Lage, auch nicht grundsätzlich gefährlich. Entscheidend ist, ob sie wachsen und wenn ja, mit welcher Geschwindigkeit. Wir haben daher folgende Veranlassungen getroffen: Es wurde ein externer Gutachter eingeschaltet. Ferner wurde die Firma Bombardier beauftragt, durch spezielle Tests und Messungen das Rissverhalten zu untersuchen. Insbesondere soll damit geklärt werden, wie eine Reparatur durch Schweißen durchgeführt werden kann. Parallel dazu sind wir bereits auf der Suche nach einer zertifizierten Fachfirma, die dann diese Schweißungen ausführt. Zudem haben wir begonnen, einen Teil der betroffenen Drehgestelle durch Einbau von als Ersatzteil vorrätigen Drehgestellrahmen kurzfristig wieder einsatzfähig zu machen.“

Die Technische Aufsichtsbehörde ist informiert. Zu den Auswirkungen auf die Fahrgäste erklärt Paul: „Ich bedauere die Fahrzeugausfälle sehr. Die Außerbetriebssetzung der Fahrzeuge, bei denen Anzeichen von Schäden gefunden wurden, geschah vorsorglich. Dafür bitte ich um Verständnis, aber die Sicherheit hat absoluten Vorrang und da reagieren wir im Zweifelsfall lieber übervorsichtig. Durch die beschriebenen Maßnahmen tun wir alles, damit schon ab morgen wieder mehr U-Bahnwagen eingesetzt werden können. Ich kann aber derzeit nicht ausschließen, dass es in den nächsten Tagen noch zu einzelnen Ausfällen kommt, zumal ich derzeit noch nicht weiß, welche Reparaturen vom Gutachter vorgeschlagen werden und welcher Zeitaufwand damit verbunden sein wird.“

 

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