Robert Lewandowski startet torreich in die neue Saison, während Coach Niko Kovac dem Spielstil des FC Bayern eine neue Stärke vermittelt. Größter Profiteur: Lewandowski.

München - Recht früh zu seiner Zeit beim FC Bayern sprach Niko Kovac ein Machtwort. Anfang Juli war das. Es ging um Robert Lewandowski und einen möglichen Abgang aus München.

Doch der kroatische Trainer wollte den polnischen Superstar unbedingt halten, um keinen Preis abgeben, sagte: "Lewandowski spielt auch dieses Jahr beim FC Bayern." Obwohl der 30-Jährige wegen seiner offensiven Abwanderungsgedanken mittlerweile umstritten ist bei den Fans.

Niko Kovac blieb hartnäckig

Wochen später zeigt sich, warum der Bayern-Coach so hartnäckig blieb. Lewandowski hat in vier Pflichtspielen bereits sechs Tore erzielt, darunter zwei in der Bundesliga. Mehr noch: Er spielt nach einer enttäuschenden Fußball-WM befreit auf, hat offensichtlich wieder Spaß im und am Bayern-Dress.

Das hat nicht zuletzt mit dem Spielstil von Kovac zu tun, von dem der Angreifer enorm profitiert. "Lewandowski ist sehr stark eingebunden im ganzen Offensivbereich und wird sehr stark gefordert. Viele Bälle gehen schnell und direkt auf ihn, er soll diese dann ablegen", erklärt Constantin Eckner vom Fachportal "spielverlagerung.de" im Gespräch mit der AZ.

Die Bayern würden unter Kovac ohne Zehner spielen, erzählt Eckner weiter, deswegen sei Lewandowski so sehr eingebunden. "Was auffällt: Das Spiel der Bayern ist sehr vertikal, mit steilen Pässen in die Spitze, vertikaler und geradliniger als in den Vorjahren", erklärt der Taktikexperte die entscheidende Veränderung.

Robert Lewandowski profitiert von Leon Goretzka

"Es geht um den Stil, wie die Bayern den Ball hinten rausspielen, nicht um das System, das hat sich nicht geändert", sagt er. "Wenn es die Möglichkeit gibt, durch die Mitte einen schnellen Vertikalpass zu spielen, wird das unter Kovac auch gemacht. Und dann ist mit Lewandowski einer da, der einer der besten Stürmer ist, wenn es darum geht, solche Bälle zu verarbeiten."

Der Pole profitiere dabei auch von seinem neuen Mitspieler Leon Goretzka, der solche Bälle perfekt spiele, erklärt der Taktikfachmann. Und: "Ob James, Goretzka oder Thomas Müller - es wird viel und schnell aus dem Mittelfeld nachgeschoben, so dass Lewandowski nicht alleine im Zentrum ist."

Auch davon profitiere letztlich der polnische Superstar. Kovac und Lewandowski - vom Stil her passen die beiden schon nach kurzer Zeit sehr gut zusammen.

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