Täter weiter unbekannt Gestohlenes Dachauer KZ-Tor in Norwegen aufgetaucht

, aktualisiert am 02.12.2016 - 17:16 Uhr
Dieses Bild des gestohlenen KZ-Tors veröffentlichte die Polizei. Foto: PP OBN/AZ

Vor mehr als zwei Jahren haben Unbekannte das Tor mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" an der KZ-Gedenkstätte in Dachau gestohlen. Nun ist es wieder aufgetaucht – in Norwegen.

 

Dachau/Bergen - Seit November 2014 haben Staatsanwaltschaft und Polizei im Falle des gestohlenen KZ-Tors ermittelt. Aufgrund eines anonymen Hinweises ist das rund 100 Kilogramm schwere Tor nun wieder aufgetaucht – allerdings nicht in Deutschland, sondern in Norwegen. Die Polizei in Bergen stellte das eiserne Tor mit dem Schriftzug sicher. Verdächtige konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Nun prüft die Polizei, ob es sich wirklich hundertprozentig um das entwendete Tor aus Dachau handelt – die Ermittler gehen allerdings mit "hoher Wahrscheinlichkeit" davon aus.


"Arbeit macht frei" - der bekannte Schriftzug am Tor der KZ-Gedenkstätte in Dachau. (Archivbild) Foto: dpa

Ein Sicherheitsangestellter des Geländes der KZ-Gedenkstätte in Dachau hatte am Morgen des 2. November 2014 die Polizei verständigt, nachdem er den Diebstahl des historischen Tores am Zugang zum Areal feststellte. Die Polizei ging davon aus, dass mehrere Täter das schwere Tor aus der Verankerung gehoben haben. Im Rahmen der Fahndung wurde für Hinweise zur Aufklärung der Tat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Der Präsident des Internationalen Dachaukomitees, General Jean Michel Thomas, zum Fund des Tores: "Auch wenn die Hintergründe für diese abscheuliche Tat noch nicht bekannt sind, so danke ich im Namen des Überlebendenverbandes für die Aufdeckung des Verbrechens und die internationale Anteilnahme nach dem Diebstahl des Lagertors. Dieser bedeutete letztlich eine Entweihung dieser wichtigen Gedenkstätte."

Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, zeigt sich erleichtert: "Die KZ-Gedenkstätte freut sich mit den Überlebenden und ihren Angehörigen, dass die Hintergründe der Tat nun aufgeklärt werden und dieses besonders symbolträchtige Relikt des Konzentrationslagers nach einer justiziellen Aufarbeitung wieder an den Erinnerungsort zurückkehrt. Selbstverständlich wird es nach einer Restaurierung wieder der Öffentlichkeit präsentiert."

 

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