Täter gemeingefährlich Mann ersticht Psychologen in Jobcenter: Zehn Jahre Haft

Ein Absperrband der Polizei hängt am 03.12.2014 in Rothenburg ob der Tauber (Bayern) vor der Agentur für Arbeit. Dort hat ein 28 Jahre alten Mann einen Jobcenter-Mitarbeiter erstochen. Foto: dpa

In den vergangenen Jahren sind Jobcenter mehrfach zu Schauplätzen von Verbrechen geworden. Zuletzt traf es das Jobcenter in Rothenburg ob der Tauber: Ein anscheinend psychisch Kranker stach auf einen Psychologen ein und wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.

 

Ansbach - Im Prozess um den tödlichen Messerangriff im Jobcenter von Rothenburg ob der Tauber ist der Angeklagte wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Ansbach entschied am Mittwoch, dass der 29-Jährige in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Zudem muss er mehrere tausend Euro an die Familie des Opfers zahlen.

Nach Überzeugung der Kammer stach der Mann Anfang Dezember 2014 im Büro einer Jobvermittlerin mit einem Küchenmesser auf den Psychologen ein und traf ihn dabei tödlich ins Herz. Der 61-Jährige starb kurze Zeit danach am Tatort. Das Küchenmesser hatte sich der 29-Jährige kurz zuvor in einem Supermarkt gekauft. Ein Sachverständiger diagnostizierte bei dem Mann eine schizophrene Psychose.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren wegen Mordes gefordert. Der Ankläger hatte die Mordmerkmale Heimtücke sowie Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers gesehen. Die Verteidigung hatte dagegen siebeneinhalb Jahre wegen Totschlags gefordert.

Blutige Attacken in Jobcentern haben in der Vergangenheit immer wieder Aufsehen erregt. Zu ähnlichen Fällen war es in den vergangenen Jahren in Frankfurt am Main und in Neuss bei Düsseldorf gekommen. Die Bundesagentur für Arbeit hatte auf die Zwischenfälle bereits im vorletzten Jahr mit einem verbesserten Sicherheitskonzept reagiert.

 

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