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Wer weiß schon, welche Substanzen er mit dem Medikament genau zu sich nimmt – und ob die sich auch mit anderen Pillen oder mit bestimmten Lebensmitteln vertragen? Foto: dpa

NÜRNBERG Zum zweiten Mal initiiert die AOK in Nürnberg die Aktion „Arzneimittel sicher einnehmen“. 70 Nürnberger Apotheken haben bereits 2010 mitgemacht: Sie prüften die Medikamente ihrer Kunden auf wechselseitige Verträglichkeit – ein kostenloser, sinnvoller Beratungsservice, der jetzt auf 251 Apotheken in Mittelfranken ausgeweitet wird. Man erkennt die Teilnehmer am Aktionsplakat „Arzneimittel sicher einnehmen“.

 

Hintergrund: die Einnahme von verschiedenen Medikamenten gleichzeitig kann riskant sein! Wer weiß schon als Laie, ob sich die Substanz in Mittel A mit einer anderen in Arznei B verträgt? Manche Stoffe bewirken, dass Medikamente nicht mehr wirken – oder dass sie verstärkt werden. „Andere Medikamente müssen sehr exakt dosiert werden – sonst kann die gute Wirkung sich ins Gegenteil verkehren“, warnt AOK-Apothekerin Sonja Wunder. Besonders anfällig für Wechselwirkungen sind, laut Wunder, Cortison-, Insulin- und Schilddrüsenpräparate, die Pille, nahezu alle Schmerz- und Bluthochdruckmittel.

Gefährlicher Medikamentenmix

Wenn man weiß, dass über 70-jährige in Deutschland im Schnitt sechs verschiedene Medikamente parallel verwenden, ahnt man, wie wichtig eine Überprüfung von Wechselwirkungen ist. Immer mehr Menschen besorgen sich Arzneien aus dem Internet oder kaufen in verschiedenen Apotheken ein – und stellen sich ohne Fachkenntnisse ihren persönlichen Medikamentenmix zusammen. Das kann böse enden! Wer Apothekenstammkunde ist, fährt sicherer: Denn eine integrierte Software prüft Verordnungen an eine Kundennummer automatisch und weist den Apotheker auf Gefahren hin. Der wird den Kunden ansprechen.

Als abschreckendes Beispiel zeigt AOK-Direktor Norbert Kettlitz ein Medikamentenblatt von 26 gleichzeitig verordneten Mitteln. „Hier bekommt der Satz ,fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker’ eine eigene Bedeutung“, rät der Experte. 600 Nürnberger haben im letzten Jahr mitgemacht. Sie brachten ihre aktuellen Medikamente in die Apotheke und ließen sich aufklären. Die Auswertung der Aktion ergab, dass ein Drittel von ihnen gewarnt werden musste! 

Ein Faltblatt mit mehr Infos und allen teilnehmenden Apotheken gibt es bei der AOK. www.aok-mittelfranken.de

Mehr zum Thema Wechselwirkungen von Medikamenten mit Lebensmitteln lesen Sie in Ihrer AZ-Printausgabe am 4.Mai

 

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