"Tabelle beunruhigt mich überhaupt nicht" TSV 1860: Gorenzel verteidigt Bierofka und die Spieler wie ein Löwe

Verteidigt seine Angestellten wie ein Löwe: Sechzigs Sportchef Günther Gorenzel. Foto: Ulrich Wagner

Günther Gorenzel, Geschäftsführer Sport des TSV 1860 München, stellt sich trotz dreier Pleiten in Folge vor Trainer und Team. "Die Tabelle beunruhigt mich überhaupt nicht. Ich habe volles Vertrauen in die Qualität der Mannschaft".

 

München - Man stelle sich nur vor: Günther Gorenzel als Abwehrspieler der Löwen auf dem Rasen. Gut, der 48-Jährige ist vielleicht 20, 30 Jahre zu alt. Und doch schlüpfte der Sport-Geschäftsführer des TSV 1860 gestern in die Rolle des Verteidigers – verbal, versteht sich. "Man kann immer sagen: Das Glas ist halb voll oder halb leer. Leider werden die Dinge medial immer sehr negativ dargestellt. Das ist normal bei einem Traditionsverein wie Sechzig und in einer Medienstadt wie München", erklärt Gorenzel im Rahmen einer Pressekonferenz.

Fazit: Weltuntergangsszenarien haben Sendepause. Vielmehr ging Gorenzel in den Verteidigungsmodus: "Ich kann die Tabelle lesen. Aber das beunruhigt mich überhaupt nicht." Die AZ zeigt, woher Gorenzel seine Zuversicht nimmt und worüber er seine schützende Hand legt.

Gorenzel: Bierofka "moderiert die Lage hervorragend"

Daniel Bierofka: In anderen Vereinen oder vergangenen Chaos-Zeiten bei 1860 wäre der Trainer getreu der Mechanismen des Geschäfts längst ins Visier geraten oder ausgetauscht. Mit Bierofka sitzt aber nicht nur ein Übungsleiter auf der Bank, der den TSV aus der Regionalliga zurück in den Profifußball geführt hat, sondern auch eine Vereinsikone. Gorenzel: "Ich habe volles Vertrauen in den Trainer. Daniel erkennt die Dinge aus meiner Sicht sehr gut und moderiert die Lage hervorragend." Zudem lobt er die Motivationskünste des 40-Jährigen. Ergo: Gorenzel stärkt dem Coach nach drei Pleiten in Folge und Rang 15 den Rücken.

Sechzigs Team: "Ich habe volles Vertrauen in die Qualität der Mannschaft", sagt Gorenzel. In Würzburg, gegen Uerdingen und in Rostock habe er trotz der Pleiten "viel Positives" gesehen: "Wir haben gegen Uerdingen, eine Mannschaft mit sehr hoher individueller Qualität, das Spiel in Überzahl offen gehalten. Wir haben uns auch auswärts in Rostock gut präsentiert. Es fehlt an den berühmten Details." Den Vorwurf spielerischer Defizite lasse er nicht gelten: "In der Dritten Liga spielt keiner wie Barcelona und ManCity."

Gorenzel macht Ausfälle für sportliche Krise mitverantwortlich

Zudem habe man im Totopokal-Viertelfinale mit der SpVgg Unterhaching ein Spitzenteam ausgeschaltet. Stichwort Haching: Der Klub sei "ein gutes Beispiel" für Sechzigs aktuelle Probleme, denn: "In der vergangenen Rückrunde sind mit Stephan Hain und Dominik Stahl wichtige Spieler ausgefallen – und sie hatten Riesenprobleme."

Bei 1860 sei das Ziel einer "sorgenfreien Saison" auch deshalb ins Wanken geraten, da "mit Nico Karger und Efkan Bekiroglu zwei Leistungsträger der Offensive fehlen. Das ist für jeden Drittligisten sehr schwer zu kompensieren."

Sascha Mölders und Leon Klassen: Das Unglücksraben-Duo von Rostock. Klassen, weil der Junglöwe an beiden Gegentoren beteiligt war. Gorenzel relativiert, dass das 0:1 gegen zwei Rostocker "fast nicht zu verteidigen" gewesen sei und lobt den Linksverteidiger bei seinem Assist zum 1:2 für seine Konsequenz. Und Mölders? Der Torschütze hätte ein, zwei weitere Treffer erzielen können, vielleicht müssen.

Gorenzel wünscht sich einen neuen Mölders bei den Löwen

Laut Gorenzel sei "Platzhirsch" Mölders trotz allem gesetzt: "Er ist wichtig von seiner Emotionalität, von seiner Identifikation her." Übrigens: Als Nachfolger des im Sommer scheidenden Angreifers wolle 1860 Mölders 2.0: "Vom Stärken-Schwächen-Profil her muss es ein Mölders sein – vielleicht zwei, drei Jahre jünger."

Die Planungen: Der Sportchef verteidigte sogar die traditionell schwierigen Bedingungen bei 1860. Über die kürzliche Aufsichtsratssitzung erklärte er nur: "Es ist eine Diskussionsgrundlage zwischen den Gesellschaftern gelegt. Jetzt warten wir in den nächsten Wochen und Monaten auf Entscheidungen."

Immerhin ließ der neue General-Verteidiger durchblicken: "Es gibt keinen einzigen Funktionär im Profifußball in Europa, der sich dagegen wehrt, frühzeitiger, nachhaltiger und mit mehr Mitteln zu planen."

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