Syrien Massive Gewalt: Soldaten feuern auf Zivilisten

Das syrische Shaam New Network ist eine Gruppe junger syrischer Aktivisten. Über ihren YouTube-Channel machen sie Bilder wie dieses Handy-Video zugänglich. Das Bild aus dem August zeigt erschossene Aktivisten in Homs. Dort kommt es bis heute immer wieder zu Gewalt zwischen Soldaten und Demonstranten. Foto: dpa/Shaam New Network

In der syrischen Stadt Homs ist es zu schweren Zusammenstöße zwischen Soldaten und Einwohnern gekommen. Der Besuch des Vorsitzenden der Arabischen Liga wurde daraufhin verschoben.

 

Beirut - Im schweren Gewehrfeuer syrischer Sicherheitskräfte sind in der Stadt Homs Angaben von Aktivisten zufolge neun Menschen getötet worden. „Die ganze Nacht wurde geschossen“, sagte ein Einwohner am Mittwoch telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Ein Sprecher der Örtlichen Koordinationskomitees, Omar Idilbi, sagte, mehrere Trupps der Sicherheitskräfte hätten gleichzeitig mehrere Bezirke gestürmt. Neun Menschen seien erschossen worden.

Politische Bemühungen, das Regime von Präsident Baschar Assad zum Einlenken zu bewegen, kamen nicht voran: Ein Besuch des Vorsitzenden der Arabischen Liga, Nabil Elarabi, wurde in letzter Minute abgesagt und auf den kommenden Samstag verschoben. Der stellvertretende Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Ben Heli, sagte, dies sei in einem Telefonat zwischen Elarabi und dem syrischen Außenminister Walid Al-Moallem vereinbart worden.

Der Arabischen Liga zufolge will Elarabi der syrischen Regierung einen Plan präsentieren, demzufolge Assad alle militärischen Einsätze beenden, alle politischen Gefangenen freilassen und einen Dialog mit der Protestbewegung zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit beginnen soll. Zum Ende seiner Amtszeit 2014 solle es dann eine pluralistische Präsidentenwahl geben.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind in den seit einem halben Jahr andauernden Protesten gegen Assad mehr als 2.200 Menschen getötet worden. Die mittelsyrische Stadt Homs ist eine Hochburg der Protestbewegung.

Syrien strebt engere Wirtschaftsbeziehungen zu Asien an

Zur Umgehung europäischer Wirtschaftssanktionen will Syrien seine Handelsbeziehungen zu Asien und anderen Märkten ausbauen. Dies erklärte der syrische Finanzminister Mohammad Dschleilati bei einem Treffen arabischer Ressortchefs in Abu Dhabi. Namen einzelner Länder, zu denen Syrien engere Wirtschaftsbeziehungen aufbauen möchte, nannte Dschleilati nicht. Er bezeichnete aber Russland, China und weitere Staaten als Syrien gegenüber traditionell freundlich eingestellt.

Wegen des harten Vorgehens der syrischen Behörden gegen Regierungsgegner hat die EU Sanktionen gegen das Land verhängt, darunter ein Importverbot für syrisches Öl.

 

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