Symptome, Impfung, Ausschlag Was sind Masern: Alles zur Infektionskrankheit

Wie hängen Röteln, Mumps und Masern zusammen? Soll man impfen? Was sind Masern überhaupt? Nach dem Tod eines Kleinkindes in Berlin sind viele Menschen in Sorge. Alles zur Infektionskrankheit.

Was sind Masern?

Fakt ist, die Masern sind eine Infektionskrankheit, die vor allem Kinder bekommen. Verbeitet wird diese Krankheit durch direkten Körperkontakt (eine sogenannte Tröpfcheninfektion). Man kann nicht direkt von einer Ansteckunsgefahr sprechen, diese besteht erst fünf Tage vor dem Auftreten der Flecken. Meistens ist der Hautausschlag etwa 14 Tage nach Infizieren mit der Krankheit zu sehen. Insgesamt nimmt die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch (Inkubation) der Masern acht bis zehn Tage in Anspruch.

Bei den ersten Anzeichen der Krankheit sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Denn für Masern besteht seit einigen Jahren eine Meldepflicht in Deutschland. Gemeinsam mit dem Arzt kann dann über das weitere Verfahren mit der Krankheit gesprochen werden. Der Mediziner kann jedoch nicht die Infektion direkt bekämpfen, sondern lediglich die Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber lindern.
Ansonsten gilt die alte Regel, wer krank ist muss viel trinken, und sich ins Bett legen.

Je älter der Infizierte ist desto schwerer ist auch der Krankheitsverlauf, und es besteht ein höheres Risiko von Folgekrankheiten. Die bekanntesten und gefährlichsten Weiterentwicklungen von Masern sind die Lungenentzündung und die Gehirnhautentzündung, welche beide im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Wer die ganze Prozedur einmal durchgemacht hat, ist dafür ein ganzes Leben vor ihr sicher. Denn Masern bekommt jeder Mensch (wenn überhaupt) nur einmal im Leben.

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Wie kann ich erkennen dass ich Masern bekomme?

Der Krankheitsverlauf ist bei einer normal ablaufenden Infektion in drei Phasen einzuteilen.

In der ersten Phase klagt der Kranke über die eigentlich üblichen "Erkältungs-Symptome" wie Husten, Schnupfen und leichtes Fieber. Der übliche rote Hautausschlag, welcher zumeist hinter den Ohren beginnt, kommt in der zweiten Krankheitsphase dazu, genauso wie hohes Fieber mit bis zu 40 Grad.

Masern: Die Debatte auf Twitter

Die letzte Phase ist der Erholungsakt, in welcher der Hautausschlag langsam abklingt und der Infizierte seine Abwehrkräte zurückerlangt.

Wenn ein Freund oder Bekannter nun die ersten Anzeichen der Krankheit zeigt, und man selber jedoch nicht geimpft ist, heißt das nicht, wie oft vermutet, dass man sich zwangsweise bei ihm ansteckt, solange man ein gesundes und gut funktionierendes Immunsystem hat. In diesem Fall ist es jedoch dringend zu empfehlen einen Arzt aufzusuchen, und sich impfen zu lassen. Bei einer rechtzeitigen Impfung kann man sich in der Regel wirksam vor der Ansteckung mit Masern schützen.

Was bringt mir eine Impfung?

Doch selbst wenn man die Impfung gegen Masern gemacht hat, bedeutet das nicht, dass man einen hundertprozentigen Schutz gegen die Virusinfektion hat. Das ist vor allem der Fall, wenn die erste und die zweite Impfung zu spät oder garnicht wahrgenommen wurden. In der Regel sollte, laut Empfehlung von Impf-Experten, die erste Impfung direkt im ersten Lebensjahr stattfinden, und die Zweite zwischen dem 15. und 23. Lebensjahr.
Bei einer verspäteten Impfung erhöht sich das Risiko für eine Masern-Erkrankung.

Seit es Impfungen gibt, gibt es auch die Diskussion: Soll man oder soll man nicht? Schadet es mir? Was sind die genauen Impfstoffe und kann ich mich jederzeit impfen lassen?

Die Masern Mumps Röteln Impfung (kurz MMR-Impfung) gilt grundsätzlich als gut verträglich, schwere Nebenwirkungen kommen nur sehr selten vorkommen.
Der Impfstoff, der verwendet wird, wird als Lebendimpfstoff bezeichnet, dass heißt man bekämpft den Masern-Erreger mit sich selber (nur in abgeschwächter Form). Das Immunsystem kann so Antikörper gegen den Erreger entwickeln und ist ab dann immun.

Deswegen sind auch die zwei Impfungen wichtig, da der eigene Körper erst bei einer erneuten Impfung stark genug zur Antikörper-Bildung angeregt wird.

Grundsätzlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen oder der Arbeitgeber die Kosten einer Impfung.

Nicht impfen lassen sollten sich generell Personen, die zum Zeitpunkt der Impfung über 38,5 Grad Fieber haben, aber auch bei einer dauerhaft bestehenden Immunschwäche oder Unverträglichkeiten gegen bestimmte Stoffe. Diese sollten mit ihrem Arzt besprechen, wann oder wie die Impfung durchgeführt werden kann.

Masern in der Schwangerschaft?

Frauen, die sich in der Schwangerschaft befinden sollten sich in dieser Zeit auch nicht immunisieren lassen. Eine Impfung ist problemlos ab der Stillzeit wieder möglich.
Bei den ersten Anzeichen von Masern sollte auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden, denn wenn es noch frühzeitig genug ist kann dieser unter Umständen noch Antikörper spritzen und so die Krankheit abwenden.
Bei infizierten Schwangeren zeigt sich meistens ein sehr schwerer Krankheitsverlauf, der sogar soweit führen kann, dass das Kind viel zu früh auf die Welt kommt. In den meisten Fällen hat das Kind die Krankheit der Mutter dann übernommen.

Was sind Masernpartys?

Während viele Mütter die Impfung bei ihren Kindern korrekt durchführen lassen, gibt es auch Ausnahmen. Vor allem in den 50er und 60er Jahren waren sogenannte "Masernpartys" im Trend.
Mütter führen ihre nicht gegen Masern geimpften, gesunden Kindern mit Kindern zusammen, die an Masern erkrankt sind. Sie erhoffen sich, dass sich ihre Kinder mit der Virusinfektion anstecken, und der Körper selber Antikörper bildet, sodass die Kleinen ohne Impfung immun gegen Masern werden.

Alles in allem sind Masern normalerweise keine tötliche Krankheit, vor der man sich schützen kann, auch wenn eine Impfung nie einen hundertprozentigen Schutz garantiert.
Eltern sollten darauf achten ihre Babys frühzeitig zu impfen, um eine Infektion in Kindesjahren zu vermeiden.

 

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