Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Herbert Blomstedt dirigiert Mozart und Stenhammar

Herbert Blomstedt bei einer Probe für das Konzert im Herkulessaal. Foto: Peter Meisel

Das Symphonieorchester des BR mit Mozart und Wilhelm Stenhammar im Herkulessaal

Ein Dirigent, der die gewohnten Bahnen der Drei-B-Klassiker, von Tschaikowskys „Pathétique“ und Mahler verlässt, kann nicht genügend gelobt werden. Auch wenn es dann die Symphonie Nr. 2 von Wilhelm Stenhammar wird, die der 90-jährige und wie immer hoch agile Herbert Blomstedt diesmal zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in den Herkulessaal mitbrachte.

Sagen wir es mal so: Immerhin ist es nicht die Symphonik von Wilhelm Furtwängler, die Blomstedt interessiert. Der Schwede Stenhammar war ein Zeitgenosse von Jean Sibelius. Seine 1915 vollendete Zweite kultiviert mit Bläsergirlanden und satten Kantilenen. Dazu kommen Kirchentonarten, Fugen-Gelehrsamkeit und im Scherzo etwas rumpelige Fröhlichkeit.

Lauter alte Schweden

Die Themen dieser Symphonie sind leider weder prägnant noch aufregend. Die sehr rhapsodische Form der Sätze ist beim ersten Hören kaum zu entschlüsseln. Aber sie wirkt auch nicht so komplex, dass man es genauer wissen wollte. Der Dreiviertelstünder erteiklt vor allem eine Lehre: Nie wieder an Sibelius herumkritteln! Sonst gibt es dieses Symphonie zur Strafe noch einmal.

Blomstedt kombinierte den alten Schweden mit Mozarts „Jupiter-Symphonie“: eine wegen der Fugato-Passagen beider Werke zwingende Verbindung. Der Dirigent verbreitete lakonischen Alters-Furor im dezent historisch informierten Stil. Sein Drängen wirkte aber stets natürlich und zielgerichtet auf die kunstvolle Verflechtung der Themen in der Coda des Finales. Hin und wieder hätte es nicht geschadet, den Überdruck und das Dauerforte etwas zu mildern. Aber ältere Herren lieben Kraft und Tempo: Das weiß man aus dem Straßenverkehr.

Das Konzert kann auf www.br-klassik.de nachgehört werden

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