Suizidale Gedanken nach Scheidung Bernd Herzsprung: Seine größte Lebenskrise

Die Lederjacke sitzt noch immer: Schauspieler Bernd Herzsprung steht am Tegernsee, wo er nach der Scheidung abgetaucht ist. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Nach der Scheidung fehlen die Angebote, der TV-Star hat suizidale Gedanken. Wie er es aus dem Loch schafft.

 

Piloten-Sonnenbrille, Lederjacke. Aber kein Protzauto. Bernd Herzsprung fährt in einem nicht ganz neuen Mercedes-Kombi ans Ufer des Tegernsees. Der 75. Geburtstag des Schauspielers steht bevor. Sein Leben teilt er mit einer rund 30 Jahre jüngeren Partnerin. Doch er macht knapp Halt vor dem Klischee des alten Mannes, der die Jugend mit allen Mitteln zu erkaufen sucht. Vielleicht wäre er sonst auch besser im Geschäft.

"Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich mich gerne mal wieder in der Branche bemerkbar machen würde", sagt Herzsprung auf einer Café-Terrasse mit Blick auf den See, in dessen Nähe er seit einigen Jahren wohnt. An der Balustrade stehend streicht er sich die grauen Haare aus der Stirn. Seine braune Lederjacke ist dieselbe, in der er vor Jahrzehnten für seine erste Schauspieleragentur posiert hat. Sie ist oft getragen, aber Leder ist dankbar, die Jacke geht als Vintage durch. "Patina", sagt Herzsprung.

Der schöne Theodor – das ist seine Rolle in der Verfilmung von Erich Kästners "Das fliegende Klassenzimmer" von 1973, neben Joachim Fuchsberger. Danach machen TV-Serien wie "Soko 5113" sein Gesicht bekannt. Seine bislang letzte Rolle in "Alles ist Liebe" (2014) liegt eine Weile zurück.

"Allein die mehrjährige Abstinenz in dem Gewerbe lässt einen nur allzu schnell in Vergessenheit geraten", meint Herzsprung. Raus ist er aus dem Geschäft, seitdem seine Ehe mit der Designerin Barbara Engel 2008 geschieden wurde. Danach zog Herzsprung an den Tegernsee, um sich um seine Mutter zu kümmern. Heute ist er mit seiner Freundin Özlem zusammen.

Aus den Klatschgeschichten in den Jahren nach der Scheidung habe er sich rausgehalten, er habe seine Kinder schützen wollen. Aber: Wer nichts mehr von sich hören und sehen lässt in der Branche, sorgt nicht mehr für Gesprächsstoff. Herzsprung – den Namen verbindet man heute mehr mit seiner Tochter Hannah (35, "Vier Minuten"), die erfolgreich im Kino zu sehen ist. Sie gewinnt mit ihren Rollen Preise, der Papa passt eher ins öffentlich-rechtliche Vorabendprogramm. Doch die Angebote bleiben aus.

Als er aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt war, habe er suizidale Fantasien gehabt, gesteht Herzsprung. "Ich war nicht mehr Gesprächsstoff in den Redaktionen und Besetzungsstuben", erklärt Herzsprung. Dies sei für ihn ein "Alptraum" gewesen. Wie er es da wieder herausgeschafft hat? "Eine Mischung aus Gefühlstiefe und Robustheit waren und sind meine ständigen Begleiter. Rettungsinseln, in denen sich auch meine Kinder und meine Freundin Ösi befinden."

 

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