Vom vermissten früheren DSDS-Star Daniel Küblböck fehlt jede Spur. Der 33-Jährige soll vor Kanada bei einer Kreuzfahrt über Bord gegangen sein - jetzt wurde die Suche eingestellt. Wann kann ein Vermisster für tot erklärt werden?

Hamburg - Kaum noch Hoffnung: Die Suche nach dem vor Kanada in den Atlantik gestürzten Sänger und früheren TV-Star Daniel Küblböck ist am Montag ergebnislos geblieben - und schließlich dann ganz eingestellt worden.

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur beträgt dort nur etwa 10,5 Grad.

Ohne Hilfe liegt die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden. Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die begründete Annahme, dass der privat an Bord befindliche Kaiser-Küblböck absichtlich gesprungen sei. Als Daniel Küblböck war der damalige Teenager mit der ersten Staffel der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) vor bald 16 Jahren berühmt geworden.

Nachdem jetzt die Hoffnung mehr und mehr schwindet, dass Daniel Küblböck lebend gefunden wird, stellt sich die Frage, wie und wann ein Vermisster für tot erklärt werden kann. Hier ist die Antwort...

Daniel Küblböck: Wie und wann kann ein Vermisster für tot erklärt werden?

Der Tod eines Menschen wird in der Regel durch eine Sterbeurkunde belegt. Das Ableben muss zweifelsfrei feststehen.

Dies ist nicht ohne weiteres möglich, wenn etwa jemand über Bord eines Schiffes geht und vermisst wird. Ist es wahrscheinlich, dass ein Mensch nicht mehr lebt, kann ein Gericht auf Antrag den Tod erklären oder die Todeszeit feststellen. Dies regelt das Verschollenheitsgesetz.

Das Gesetz sieht für eine Todeserklärung unterschiedliche Fristen vor, die verstrichen sein müssen. Als verschollen gilt jemand, von dem es seit längerer Zeit kein Lebenszeichen gibt und ernstliche Zweifel an seinem Fortleben bestehen.

Allgemein kann jemand für tot erklärt werden, wenn er seit zehn Jahren als verschollen gilt. Wenn Menschen bei einer Fahrt auf See verschwinden - bei einem Schiffsuntergang oder durch einen Sturz vom Schiff -, dann gilt eine kürzere Frist von sechs Monaten.

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Anmerkung der Redaktion:

In der Regel berichtet die AZ nicht über Selbsttötungen – es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie bei der Telefonseelsorge: 0800–111 0 111 und 0800–111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist kostenlos.