Stürmer verpasst Fußball-WM 2018 Warum Gareth Bale der Anti-Robert-Lewandowski ist

, aktualisiert am 30.05.2018 - 22:46 Uhr

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Die Mannschaft
Konkurrenten: Gareth Bale (li.) und Robert Lewandowski. Foto: imago/Ulmer

Gareth Bale von Real Madrid wird nachdrücklich mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Robert Lewandowski drängt derweil um Freigabe und macht sich bei Bayern-Fans weiter unbeliebt. Die AZ erklärt, warum Bale indes der Anti-Lewandowski wäre.

München - Es ist der nächste offene Affront gegen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge: Robert Lewandowski ließ hoch offiziell durch seinen Berater verkünden, dass er nicht länger gewillt sei, für den FC Bayern Tore zu schießen. Unruhe an der Säbener Straße!

Robert Lewandowski sorgt für Unruhe beim FC Bayern

Dabei ist der Torjäger derzeit gar nicht an besagter Säbener Straße, sondern bereitet sich mit Polen auf die Fußball-WM 2018 vor, und zwar im Trainingslager in Arlamow nahe der polnisch-ukrainischen Grenze. Die Fußball-Weltmeisterschaft will der 29-Jährige indes sicherlich dazu nutzen, weiter an Marktwert zuzulegen, nachdem er gerade erst zum dritten Mal Torschützenkönig der Bundesliga wurde. Doch: Waren es seine letzten Treffer für die Bayern?

"Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid", erklärte sein Berater Pini Zahavi der "Sport Bild". Die Beweggründe seien "nicht Geld oder ein bestimmter Klub, denn fast alle Top-Klubs hätten gerne den besten Stürmer der Welt in ihren Reihen", erzählte der Spieleragent weiter.

Jeder in der Klubführung des FC Bayern habe selbst eine große Karriere vorzuweisen, meinte Zahavi ferner zur Begründung. "Sie sollten seine Situation verstehen." Lewandowski verstehen? Zuletzt hatte Vorstandsboss Rummenigge den polnischen Superstar zum x-ten Mal für unverkäuflich erklärt. Nur, um den Marktpreis nochmal zu steigern?

Robert Lewandowski wollte Wechsel erzwingen

Fakt ist: Lewandowski sorgt schon zum wiederholten Mal für atmosphärische Störungen im sonst so beschaulichen München-Harlaching. "Ich war nicht wirklich zufrieden damit, wie mein Team mir geholfen hat. Ich war verärgert, ich war enttäuscht über die Einstellung des Teams. Das war mein Gefühl", hatte der launische Angreifer im Sommer 2017 im Interview mit der polnischen Boulevardzeitung "Super Express" erklärt, nachdem Pierre-Emerick Aubameyang die Torjägerkanone geholt hatte (damals BVB) - und nicht er.

Und: Schon 2013 wollte er öffentlich einen Wechsel erzwingen, damals von Borussia Dortmund zum FC Bayern. Seinerzeit erklärte er mehreren polnischen Tageszeitungen, sich vom BVB "betrogen" zu fühlen. Die Dortmunder hatten einem Wechsel nicht zugestimmt, Lewandowski lehnte eine Vertragsverlängerung aber ab.

Dennoch verzichtete der BVB auf eine Ablöse, zahlte laut "Spiegel Online" dem Polen für seinen letzten zehn Monate stattdessen fünf Millionen Euro statt nur 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Nicht ausgeschlossen ist auch im aktuellen Fall, dass beide Seiten pokern. Lewandowski um noch mehr Geld, die Bayern um eine noch größere Ablöse.

Wird Gareth Bale sein Nachfolger?

Eine entscheidende Frage: Wer der Nachfolger werden würde. Heftig wird über München hinaus der Name Gareth Bale kolportiert. "Ich muss jede Woche spielen. Ich werde mit meinem Berater sprechen und über meine Zukunft nachdenken", meinte der 28-Jährige nach dem Champions-League-Sieg von Real Madrid in Kiew. Bei den Madrilenen ist der Waliser nur Back-up, obwohl sie ihn einst für 100 Millionen Euro von den Tottenham Hotspurs holten.

Trotz dieser klaren Ansage gilt der Stürmer von seiner Art her als Anti-Lewandowski - insbesondere als bodenständig, (vergleichsweise) bescheiden und zurückhaltend. So murrte er trotz seiner nicht zufriedenstellenden Rolle fast nie. Stets betont er ferner, wie wichtig ihm seine Mitspieler in der Nationalmannschaft seien.

Als er unlängst beim China Cup die Marke als Rekordtorschütze für Wales nahm, sagte er, dass das "vielleicht als das Beste" sei, was er jemals erreicht habe. "Als ich ein kleiner Junge war, habe ich wohl nie davon geträumt, ein Rekordbrecher für Wales zu sein. Es ist eine große Ehre", meinte er damals. "Es ist toll, den Rekord zu brechen, aber ohne meine Teamkollegen hätte ich es nicht geschafft." Nicht ohne seine Teamkollegen - die entscheidende Botschaft.

Gareth Bale nicht bei Fußball-WM 2018 dabei

Alles, was ein Fußballer für sein Land tun könne, sei der Höhepunkt, die größte Ehre, die ein Fußballer erreichen könne, erklärte er weiter. "Jeden Rekord für sein Land zu brechen, ist großartig." Bale lebt ihn stets, seinen walisischen Nationalstolz, seine Verbundenheit zur Heimat, seine Bindung zu seinen Mitspielern, seien sie noch so viel schlechter als er. Die WM 2018 in Russland wird er mit Wales verpassen. Demütig nahm er diese Enttäuschung hin.

Lewandowski wird es dagegen wohl auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft vorangig um eines gehen - um Lewandowski selbst. Mögen seine Mitspieler noch so sehr für ihn arbeiten. Doch er ist eben ein Anti-Bale. Und umgekehrt.

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Im Video: Berater forciert Lewandowski-Abschied vom FC Bayern

 


Fannah, kritisch, kompetent - die-mannschaft.blog ist der Experten-Blog zur DFB-Elf. Aktuell haben sich die "Fußballverückten" aus München ganz der WM 2018 verschrieben. Mit dabei: Victoria Kunzmann und Patrick Mayer, die als Freie Autoren auch für die AZ München schreiben.

 
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