Stürmer des FC Bayern spielt wieder Mario Mandzukic zieht Grimassen

Mario Mandzukic auf der Bank des FC Bayern München vor dem Nachholspiel gegen den VfB Stuttgart. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Beim FC Bayern München schauten in Stuttgart alle auf den degradierten Mario Mandzukic: Der macht Faxen, kommt in Minute 59, hat wenig Szenen. Sammer vorher: "Da muss mehr kommen!"

 

Stuttgart - Mit einem Klaps auf den Hintern wurde Mario Mandzukic losgeschickt. Die Motivation an der Eckfahne vor der VfB-Fankurve kam nicht von Pep Guardiola, Fitness-Trainer Lorenzo Buenaventura stupste den Kroaten an. Los, Junge! Auf geht's!

Zum Warm-Up. Ab der 46. Minute durfte sich Mandzukic für einen Einsatz bereit machen. Gemeinsam mit Diego Contento und Claudio Pizarro. Der VfB führte mit 1:0 – im Grunde ideal für einen Mittelstürmer, der als Joker zum Einsatz kommt.

Zuvor hatte der 27-Jährige seinen Aufstieg vom Verstoßenen zum Bankdrücker feixend begleitet. Beim Warmspielen hatte er Spaß mit den Kollegen, schließlich war er im Gegensatz zur Verbannung aus dem Kader für das Gladbach-Spiel letzten Freitag (2:0) wenigstens wieder dabei.

Als die Fotografen Mandzukic ablichteten, als dieser sich auf der Ersatzbank einmummelte, zeigte er – voller Frust und Ironie: Daumen hoch! Dazu kaute er lässig Kaugummi. Und verzog das Gesicht zu Grimassen.

Das Aufwärmen dauerte eine Viertelstunde, dann reichte Guardiola das zaghafte Ballgeschiebe nach vorne, er nahm Kroos und Shaqiri runter, brachte Pizarro und Mandzukic.

Also wurde die Karte Plan B gezogen. Diesen hatte einst Präsident Uli Hoeneß so erklärt: "Das ist der große Unterschied zwischen unserem Spiel und Barcelona. Die haben einen Plan A, der ist perfekt, aber einen Plan B eher weniger." Konkret: "Wenn wir einen Mann für die Brechstange brauchen, haben wir den mit Mandzukic, und ich möchte ihn nicht missen."

Nach den Ereignissen der letzten Tage erschien dieser Plan in einem anderen Licht, dennoch setzte Guardiola auf die Brechstangen-Variante.

Mandzukic' Einsatz war Begnadigung und Wertschätzung zugleich. Pep erhoffte sich zudem eine Extra-Motivation des Stürmers, der "okay" trainiert hatte vor der Partie. Dennoch durfte er ran. Der Kroate kam in eine für die Bayern knifflige Partie.

Sportvorstand Matthias Sammer nannte dessen Trainingsleistung "in Ordnung".

Sammer bei "Sky": "Man muss die Kirche jetzt im Dorf lassen. Es ist einmal gesagt worden und das muss es sein. Mario Mandzukic ist ein extrem wichtiger Spieler für uns, wenn er das abruft, wozu er in der Lage ist. Auch wenn's mal ein bisschen schwieriger ist. Das war die Botschaft. Er hat eine Reaktion gezeigt, aber da muss noch mehr kommen."

Zufriedenheit klingt anders. Der Stürmer hat einen schweren Stand bei Bayern. Mandzukic hat zehn Liga-Saisontore erzielt, nur einen weniger als Herthas Adrian Ramos und Dortmunds Robert Lewandowski. Der BVB-Stürmer wechselt ab Sommer zum FC Bayern und wird die Nummer eins im Sturmzentrum.

Ob denn die Verpflichtung des Polen das Ende von Mandzukic beim FC Bayern sei, wurde Ehrenpräsident Franz Beckenbauer gefragt. Die Antwort war so klar wie ehrlich: "Eigentlich schon", sagte Beckenbauer in der "Welt" und erklärte: "Ich glaube, Lewandowski wird einschlagen. Er passt mit seinem mitspielenden Stil eher zu Guardiolas Spielweise als Mandzukic, der ja ein reiner Mittelstürmer ist."

Reden? Nein, reden wollte Mandzukic nach dem Spiel nicht. Ein schnelles "Ciao" – und weg war er. Ganz ohne Faxen.

 

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