Dabei gibt es genügend freie Zimmer im Studentenwohnheim. Doch dort will nicht unbedingt jeder einziehen. Die Gründe sind unterschiedlich

Landshut - Laut einer Studie des Moses Mendelsson Institut (MMI) wird es für Studierende besonders in begehrten Hochschulstädten zunehmend schwieriger eine "passende und bezahlbare Unterkunft" zu finden. Hauptursache dieser Entwicklung sei die Mischung aus wachsender Nachfrage, steigenden Preisen und mangelndem Angebot. Doch wie verhält sich das in Landshut? Pünktlich zum Start des Wintersemesters hat die AZ nachgefragt.

Dass der Wohnungsmarkt in Landshut oftmals Anlass für Beschwerden ist, ist kein Geheimnis. Weniger, teurer und vor allem schwerer zu finden seien die heiß ersehnten Unterkünfte im Stadtgebiet. Vor allem angehende Studenten hätten besonders jetzt zum Start des Wintersemesters am 1. Oktober damit zu kämpfen, eine erschwingliche Unterkunft zu finden.

Atila Kusdemer, Prokurist bei Carossa-Immobilien hat diese Problematik als ehemaliger Student selbst kennengelernt. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum sei derzeit generell ein Problem: "Die Nachfrage ist einfach höher als das Angebot." Die Jagd nach den eigenen vier Wänden sei für junge Studierende allerdings häufig noch schwieriger als für andere Wohnungssuchende.

Häufiger Mieterwechsel schreckt Vermieter ab

"Viele Vermieter haben Angst, einen Klischee-Studenten zum Mieter zu haben, der jeden Abend wilde Partys feiert." Entweder würden diese dann, laut Kusdemer, gar nicht erst an junge Studierende vermieten oder stattdessen den Preis entsprechend nach oben anpassen, "damit es sich auch lohnt".

Eine weitere Sorge der Vermieter sei zudem der häufige Mieterwechsel, der damit einhergehe, wenn man an Studenten vermietet. "Junge Studierende sind definitiv keine Langzeitmieter", gibt Kusdemer zu. So könnten diverse Auslandssemester- oder Praktika oder auch ein frühzeitiges Ende des Studiums potenzielle Gründe dafür sein, warum Studierende schon nach kurzer Zeit wieder ausziehen. Und das passt vielen Vermietern gar nicht: "Jeder Mieterwechsel ist mit Arbeit verbunden", erklärt er. Manchen sei es das einfach nicht wert.

Diesem generellen Wohnungsmangel könnten auch die Studentenwohnheime vor Ort kaum Abhilfe schaffen, heißt es in der MMI-Studie. Vonseiten des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz, das in Landshut mit drei Wohnheimen vertreten ist, ist das aber sehr wohl der Fall. Während die Unterbringungsquote - also der Anteil der Studenten der Hochschule mit Wohnheim-Platz - noch vergangenes Jahr bei nur 6,9 Prozent lag, sei diese in 2018 auf 11,2 Prozent gestiegen. "Sowohl am öffentlichen, als auch am privaten Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren viel getan", heißt es auf AZ-Nachfrage.

Haben alles daran gesetzt, der Nachfrage gerecht zu werden

So hätten Studentenwerk und auch private Anbieter in den vergangenen Jahren alles daran gesetzt, der steigenden Nachfrage gerecht zu werden - und zusätzliche Standorte gebaut. Vonseiten des Studentenwerks wurde deshalb ein neuer Wohnheimkomplex in der Bürgermeister-Zeiler-Straße errichtet. Und auch in der Niedermayerstraße wurde mit dem "CampusMetro" neuer Wohnraum, speziell für Studenten geschaffen.

Die insgesamt vier Immobilien der "Campus-Projekte" in Landshut umfassen 350 Wohneinheiten. Untypischerweise seien dieses Jahr zum Start des Wintersemesters aber noch zwischen 50 und 60 Wohnungen frei. René Stietenrot, Geschäftsführer von "Campus-Projekte" glaubt, dass das unter anderem mit einem kurzzeitigen "Überangebot" aufgrund des neu gebauten Wohnheims in der Niedermayerstraße zu tun hat. Er hoffe aber, dass bis zum Start des Wintersemesters noch nahezu alle Wohneinheiten vermietet werden können.

Studentenwohnungen werden immer teurer

Auch der Preis spiele dabei aber, laut Atila Kusdemer, eine große Rolle: "In einigen Studentenwohnheimen bewegen sich die Apartments mittlerweile in einer Preisdimension, die für junge Studierende einfach nicht mehr bezahlbar ist." Für einige Studenten stelle sich daher sogar die Frage, ob es nicht rentabler wäre, zu pendeln.