Stromausfall in München Das waren die heftigsten Stromausfälle weltweit

Ohne Strom kommen ganze Weltstädte zum Erliegen. Die schlimmsten Stromausfälle der Geschichte. Foto: AP

Immer wieder kommt es zu großen Blackouts, die Millionen Menschen den Strom kappen. Wann es wo dunkel wurde, lesen Sie hier.

 

München - Weite Teile der Stadt waren am Morgen ohne Strom. Lampen flackerten, Trams und U-Bahnen fielen aus, Ampeln funktionierten nicht. Insgesamt 450.000 Haushalte waren von den vorübergehenden Blackouts betroffen.

Tatsächlich kommen Stromausfälle in den letzten Jahren immer häufiger vor, zuletzt nach dem Wirbelsturm "Sandy" an der Ostküste der USA. Vor allem im Bundesstaat New York sind noch immer Zehntausende Amerikaner ohne Strom. Die frostigen Nächte werden hier zunehmend zum Problem. Erst im Juli war im Osten der USA durch schwere Sommerstürme immer wieder der Strom ausgefallen. Durch die labilen überirdischen Stromleitungen in weiten Teilen Neuenglands waren im Sommer rund drei Millionen Menschen ohne Strom.

Den bislang schlimmsten Stromausfall ihrer Geschichte erlebten die USA aber im August 2003: Eine Kettenreaktion führte damals dazu, dass 50 Millionen Menschen in acht US-Bundesstaaten und in Kanada bis zu 24 Stunden auf Strom verzichten mussten.

Auch in Indien fiel heuer schon im großen Stil der Strom aus. Am 30. Juli brach im Norden des Landes das Stromnetz zusammen - insgesamt 370 Millionen Menschen waren von diesem Riesen-Blackout betroffen.

Ähnlich heftig trag es im November 2009 auch Brasilien und Paraguay. Die südamerikanischen Länder wurden von heftigen Stürmen heimgesucht. In Brasilien hatten dadurch 60 Millionen Menschen über Stunden keinen Strom. In Paraguay war das ganze Land mit seinen sieben Millionen Bürgern von der Stromversorgung abgeschnitten.

Für Brasilien kam es 1999 aber noch schlimmer: Ein Blitz hatte damals im März ein Umspannwerk getroffen. Die unglaubliche Folge: 97 Millionen Menschen waren fünf Stunden lang ohne Strom.

Gefährlicher Frost durch ausfallende Heizungen

Während es in Südamerika ohne Strom keine Klimaanlagen gibt, können Stromausfälle in anderen Teilen der Welt vor allem im Winter dramatische Folgen haben. So etwa im Januar und Februar 2008: In der chinesischen Stadt Xhenzhou waren vier Millionen Menschen fast zwei Wochen ohne Strom, weil Winterstürme die Energieversorgung lahm gelegt hatten. Bei der Reparatur starben damals elf Techniker.

Noch weiter zurück: Erinnern Sie sich an das große Blackout 2006? Damals wurde in Deutschland ein Hochspannungskabel über einem Fluss abgeschaltet, um ein großes Kreuzfahrtschiff passieren zu lassen. Die Folge: Für zehn Millionen Menschen in ganz Europa wird es dunkel. Das war am 4. November 2006.

2005: Im August werden in Indonesien mehrere Kraftwerke wegen Netzschwankungen abgeschaltet. Für fast 100 Millionen Menschen gibt es daraufhin keinen Strom mehr. Für mehr als fünf Stunden sitzen sie im Dunkeln.

Blackout vor den Olympischen Spielen in Athen

Im Krisenland Griechenland fanden 2004 die Olympischen Spiele statt. Woran sich wohl nur noch wenige erinnern? Nur wenige Wochen vor der Eröffnung der Spiele erlebte das Land einen riesigen Blackout. Mindestens sieben Millionen Menschen waren damals betroffen. Der Grund lässt schmunzeln: Zu viele Klimaanlagen waren in Betrieb gewesen und hatten damit das Netz lahm gelegt.

Ende September 2003 wurde es in den Alpen dunkel: Ein Kurzschluss in der Schweiz hatte auch fast ganz Italien den Strom gekappt. 55 Millionen Menschen hatten bis zu 18 Stunden keinen Strom.

Große Stromausfälle betreffen vor allem Nordamerika

Für Kanada wurde es im März 1989 dunkel: In der Provinz Quebec führte ein magnetischer Sturm zur Überlastung des Stromnetzes. Rund sechs Millionen Menschen waren über neun Stunden ohne Strom.

Für Chaos sorgte im Juli 1977 ein Blackout in New York: Ein Blitzschlag hatte rund acht Millionen Menschen abrupt den Strom gekappt. Über einen Tag lang tüftelten die Techniker, bis es wieder Strom gab. Bis dahin war es in der Stadt zu Plünderungen gekommen. Chaos!

Und zuletzt: Das sogenannte "Große Blackout" gab es in den USA am 9. November 1965. Ein defektes Relais schnitt damals 25 Millionen New Yorker und Amerikaner in anderen Nordost-Bundesstaaten vom Stromnetz ab. 14 Stunden war der Big Apple ohne Strom - und die Weltmacht USA zweifelte an ihrer Energieversorgung.

 

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