Streit um schlüpfrige Werbung "Geile Bodenbeläge" sind für die Stadt kein Problem

Auch auf der Homepage der Firma Holschbach Fussbodentechnik ist die umstrittene Werbung zu finden. Foto: Holschbach Fussbodentechnik

Vor vier Wochen wandte sich die Stadtratsfraktion der Grünen an die Landeshauptstadt München: Dass ein Unternehmen, das mit einer nackten Frau wirbt, städtische Aufträge bekommt, passte den Stadträten gar nicht. Jetzt hat Oberbürgermeister Reiter geantwortet.

 

München – Die Bodenbeläge des sich derzeit im Bau befindlichen "Förderzentrum Nymphenburg" für die Versorgung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind der Stein des Anstoßes. Der entsprechende Auftrag ging nämlich an eine Firma, die auf ihren Fahrzeugen und im Internet mit dem Spruch "Wir machen geile Bodenbeläge" wirbt. Zusätzlich räkelt sich dabei eine nackte Frau auf besagtem Boden.

Für Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich ist das ein "besonders krasser Fall frauenfeindlicher Werbung". Sie und ihre Kolleginnen Gülseren Demirel, Katrin Habenschaden, Anna Hanusch, Jutta Koller und Dominik Krause aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste baten die Stadt daher um eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte, dass ein Unternehmen mit derartiger Werbung den Zuschlag für ein öffentliches Projekt erhält.

Nun antwortete Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und lieferte eine recht simple Erklärung: "Die Qualität der Werbung oder die Werbestrategie eines Unternehmens ist kein zulässiges Bewertungskriterium für mögliche Auftragnehmer. Die Landeshauptstadt München würde sich rechtswidrig verhalten, wenn sie ein solches Bewertungskriterium anwenden und ein Unternehmen als möglichen Auftragnehmer vom Vergabeverfahren ausschließen würde."

Bei der Durchführung des Vergabeverfahrens für das Projekt "Förderzentrum Nymphenburg" sei daher gar nicht erst geprüft worden, mit welcher Art von Werbung mögliche Auftragnehmer auf ihr Unternehmen aufmerksam machen.

 

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