Streit um Frank Castorf Suhrkamp will "Baal" am Residenztheater absetzen lassen

Der Hubschrauber in Castorfs "Baal". Foto: Aurin

Frank Castorfs Inszenierung von Bertolt Brechts "Baal" in München kommt wohl vor Gericht

 

Die weiteren Aufführungen von Bertolt Brechts Drama "Baal" in der Inszenierung Frank Castorfs am Münchner Residenztheater stehen auf der Kippe. Intendant Martin Kušej erklärte am Freitag: «Der Suhrkamp Verlag hat uns mitgeteilt, dass er heute eine einstweilige Verfügung vor Gericht beantragen wird, um die Absetzung der zukünftigen "Baal"-Aufführungen zu erwirken. Wir sind über diesen Schritt des Verlags außerordentlich irritiert und kämpfen dafür, dass die Inszenierung weiterhin im Residenztheater gezeigt werden kann.» Der Suhrkamp-Verlag in Berlin wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern und stellte eine Erklärung für Montag in Aussicht.

Eine Sprecherin des Residenztheaters sagte, welches Gericht bei Streitfällen angerufen werde, sei nicht geregelt. Eine Möglichkeit wäre das Landgericht München. Theater-Intendant Kušej kritisierte, der Suhrkamp-Verlag kenne Castorfs Arbeitsweise und habe sich für die Vergabe der Aufführungsrechte an das Residenztheater und den Regisseur entschieden und sei auf dem Laufenden gehalten worden.

Dieser Schritt sei "völlig unverständlich". "Die Inszenierung nicht mehr zeigen zu dürfen, würde für uns die Preisgabe einer künstlerisch furiosen Arbeit bedeuten, die wir als hochspannende, respektvolle und fruchtbare Auseinandersetzung mit Bertolt Brechts 'Baal' ansehen und auf die unser ganzes Theater stolz ist", erklärte Kušej.

 

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