Streit um den künftigen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker Valery Gergiev soll nach Unterschrift für Putin in München Gespräch führen

Russlands Präsident Wladimir Putin verleiht Valery Gergiev den aus sowjetischer Zeit stammenden Titel „Held der Arbeit“. Foto: AFP

Der umstrittene Dirigent Valery Gergiev wird sich nach einem Beschluss des Philharmonischen Rats der Kritik stellen müssen

 

Der wegen seiner Putin-Unterstützung umstrittene designierte Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, wird sich demnächst in München der Kritik stellen müssen. Es solle bei seinen nächsten Aufenthalten ein Gespräch mit Kulturreferent Hans-Georg Küppers und Intendant Paul Müller geben, teilte das Kulturreferat am Donnerstag mit.

Ziel sei es, Gergiev „die aktuelle Diskussion über seine Äußerungen darzustellen und ihn für die daraus resultierende Situation des Orchesters zu sensibilisieren“.

Das habe der Philharmonische Rat als beratendes Gremium des Orchesters nach intensiver Auseinandersetzung einvernehmlich beschlossen. Das Gremium, dem Stadträte und Musiker des Orchesters angehören, habe "intensiv und differenziert über den persönlichen politischen Standpunkt des künftigen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker" diskutiert. "Dazu gehörte auch das Verhältnis zwischen der garantierten freien Meinungsäußerung und der Verantwortung in einer exponierten Position im Münchner Kulturleben."

Gergijew soll sein Amt beim Orchester der Stadt zur Spielzeit 2015/2016 antreten. Der russische Musikstar hatte einen Künstler-Appell zur Krim-Annexion unterschrieben und sich damit offiziell zur Politik Wladimir Putins bekannt. Die Grünen im Münchner Stadtrat hatten deshalb bereits vor einer Woche ein klärendes Gespräch zwischen Gergijew und Kulturreferent Küppers verlangt.

 

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