Streit mit Vorsitzenden Richter Pizzeria-Mord: Zeugin bricht in Tränen aus

Da war er noch dabei: Angel R. beim Prozessauftakt. Foto: jot

Eine Nachbarin berichtet wie sie das Opfer erlebt hat und der Angeklagte Angel R. wird vom Richter ausgeschlossen.

 

München - Es ist nicht das erste Mal, dass der Angeklagte mit dem Vorsitzenden Richter des Schwurgerichts aneinandergerät. Dabei ist Michael Höhne eher für seine Geduld bekannt. Doch Angel R. (38) hat den richterlichen Geduldsfaden offenbar überstrapaziert.

Schon an den vergangenen Prozesstagen kam es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den beiden. Nachdem er am Montag wieder mit etlichen Zwischenfragen stört, wird er endlich für den restlichen Prozesstag ausgeschlossen. Seine Anwältin Birgit Schwerdt muss ihn solange allein vertreten.

Ihrem Mandanten wird vorgeworfen, am 13. September Diana K., die Schwester seiner Ex-Lebensgefährtin vor einer Pizzeria in der Thalkirchner Straße niedergestochen zu haben. Die Anklage gegen Angel R. lautet auf Mord.

Der Hilfsarbeiter habe die Trennung von Snezhana K. (26) nie verwunden, gab deren Schwester die Schuld, heißt es in der Anklage. Trotz gerichtlichen Verbots habe er immer wieder versucht, den Kontakt mit der jungen Frau wieder aufzunehmen. Kurz vor der Bluttat wurde er bereits wegen Verstoßes gegen dieses Kontaktverbot gesucht, aber nicht gefunden.

Angel R. sitzt noch auf der Anklagebank, als gestern eine bulgarische Nachbarin, die mit Opfer und Täter bekannt war, im Zeugenstand berichtet, dass Angel R. immer wieder seine Ex-Lebensgefährtin und deren Schwester bedroht habe. Einmal solle er sogar davon gesprochen haben, dass ein Messer bereit liege. Snezhana K. hatte Angst vor ihm. Die Schwester aber nicht.

Auch dass Snezhana K. von ihrem Lebensgefährten vergewaltigt wurde, sei ihr erzählt worden, erklärt die Zeugin. Der Angeklagte begleitet ihren Bericht mit schiefem Kopf und süffisantem Lächeln. Doch die Frau lässt sich nicht aus der Ruhe beringen.

Als sie aber nach dem Charakter von Diana K. gefragt wird, bricht sie kurz in Tränen aus. Dann beschreibt sie das Opfer als immer hilfsbereiten Menschen. Dianas Kind leide sehr unter dem Verlust der Mutter, weiß sie.

 

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