Stimmen zur Bochum-Pleite Aycicek: "Keiner weint in der Kabine"

, aktualisiert am 15.05.2017 - 09:31 Uhr
Enttäuschung ja, aber keine Resignation: Levent Aycicek gibt sich kämpferisch nach der 1:2-Pleite gegen Karlsruhe. Foto: sampics/Augenklick

Entsetzen beim TSV 1860 München: Die Löwen sind am vorletzten Spieltag nach einer 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den VfL Bochum auf den Relegationspatz gestürzt. Die Stimmen zum Spiel.

 

München - Am letzten Spieltag muss das Team von Trainer Vitor Pereira auswärts beim 1. FC Heidenheim antreten. Auch der direkte Abstieg ist bei zwei Punkten Vorsprung auf die Würzburger Kickers noch möglich. Die Stimmen zur 1:2-Pleite gegen den VfL Bochum.

Stefan Aigner über ...

 

... das Spiel: Wir haben es nicht geschafft unser Spiel durchzubringen, auch über außen haben wir viel Probleme gehabt.
... die prekäre Situation: "Du stehst jetzt noch umso mehr unter Druck, weil du jetzt punkten musst. Es ist ganz ganz eng, es zählt nur noch dass wir drei Punkte holen."
... die notwendige Reaktion: "Wir müssen das Spiel schnell abhaken, nochmal versuchen alles raus zuhauen und im nächsten Spiel punkten."

Levent Aycicek über…

…das Spiel: "Wir haben gesehen, dass die anderen unten gepunktet haben. Wir haben jetzt ein schwieriges Spiel vor uns. Wir wussten aber auch schon vor diesem Spiel, dass wir wohl das letzte Spiel ebenfalls werden gewinnen müssen. Wir wollen die drei Punkte jetzt in Heidenheim holen und hoffen, dass die anderen mitspielen."

…die Gründe für die Niederlage: "Bochum hatte immer eine Überzahl im Mittelfeld. Wir haben unser Pressing vorne nicht hinbekommen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit klar angesprochen und dann auch besser gemacht. Doch wir haben vorne unsere Tore nicht gemacht."

…auf Nachfrage der AZ über die Einstellung: "Ich kann nur von mir reden. Ich bin nicht nervös ins Spiel gegangen. Bei einem 50:50-Spiel kann der Kopf eine Rolle spielen. Ich versuche da nur von mir zu reden. Ich versuche, in jedes Spiel gleich zu gehen. Du darfst dir keinen Kopf machen. Wenn du so ins Spiel gehst, hast du eh schon verloren."

…auf Nachfrage der AZ, ob die Mannschaft mental gewappnet sei: "Ich denke schon, dass wir mental stark sind. Das werden wir dann nächste Woche auch wieder zeigen."

…über den Gegner: "Bochum ist immer eine Wundertüte. Mal spielen die überragend, mal läuft das nicht so. Heute waren sie okay und haben vorne die Dinger genutzt. Die haben die Dinger gemacht und wir nicht."

…auf Nachfrage der AZ über Probleme gegen den VfL: "Im Mittelfeld. Die haben da zu dritt gespielt. Wir haben versucht zu pressen, sie haben aber unsere Linie überspielt und ihr Mann konnte dann immer frei durchgehen. Das war in der ersten Halbzeit der Fehler."

…die Stimmung in der Kabine: "Natürlich sind wir alle niedergeschlagen, wenn du jetzt die Tabelle siehst. Es weint jetzt keiner in der Kabine, wir muntern uns auf, dann geht es weiter."

Maximilian Wittek über…

…die Ausgangslage: "Wir können es nicht mehr aus eigener Hand schaffen. In diese Situation haben wir uns gebracht. Natürlich zählt in erster Linie nur ein Sieg für uns, um noch die Chance zu haben. Es ist sehr bitter heute."

...die Gründe für die Niederlage: "Wir waren zweimal ziemlich unachtsam. In der zweiten Halbzeit haben wir es spielerisch ganz gut gemacht, versucht, Chancen herauszuspielen. Wir hatten versucht, Bochum nicht mehr so die Räume zu überlassen. Der letzte Pass, der letzte Abschluss waren aber nicht erfolgreich."

...die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive: "Wir haben uns bis zum Sechzehner ganz gut durchkombiniert. Der letzte Pass war aber nicht zwingend genug. Deswegen hatten wir nicht viele Großchancen."

…auf Nachfrage der AZ über die Einstellung: "Das hatte nichts mit Nervosität zu tun. Spieler wie Stefan Ortega, Kai Bülow, Sascha Mölders und Ivica Olic kennen solche Situationen. Da nehme ich mich auch dazu. Ich mache das auch das dritte Jahr mit. Wir wissen genau, worauf es ankommt. Wir hatten letztes Jahr und vorletztes Jahr Spiele, da ging es um noch mehr. Die Nervosität darf nicht zählen. Wir müssen da rausgehen und unseren Job machen. Es hat heute leider nicht gereicht."

…auf Nachfrage der AZ, wie er sich fühlt: "Scheiße!"

…über das, was jetzt Hoffnung macht: "Wir müssen die Woche konzentriert arbeiten, uns zusammenraufen, das Spiel heute aber auch abhaken und nicht nachtrauern. Dann müssen wir schauen, dass wir am Sonntag Gas geben und unser bestes Saisonspiel raushauen. Von mir aus spielerisch nicht so gut, Hauptsache wir gehen nicht als Verlierer vom Platz."

…auf Nachfrage der AZ, wie Vitor Pereira auf ihn wirkt: "Der Trainer versucht von außen, den Druck von uns zu nehmen. Der Trainer spricht an, was unsere Stärken sind und redet uns gut zu. Ich glaube, wichtig ist, dass wir uns nicht verrückt machen. Auch wenn wir jetzt auf dem Relegationsplatz stehen. Auch wenn wir es aus eigener Hand nicht schaffen können, ist es wichtig, dass wir positiv in die Woche gehen und schauen, dass wir uns für Sonntag optimal vorbereiten."

…über das 6:0 von Arminia Bielefeld: "Ich weiß nicht, warum wir das nicht schaffen sollten. Wenn du früh ein 1:0 machst und dich in einen Rausch spielst, geht es Schlag auf Schlag. Dann machst du das zweite und dritte Tor. In Dresden hatten wir in der ersten Viertelstunde drei Chancen. Ich traue uns das auch zu. Wichtig ist einfach nur, dass wir am Sonntag unsere Leistung bringen. Mir ist dann auch egal, ob wir 1:0 gewinnen oder 6:0, Hauptsache wir gehen als Sieger vom Platz."

…auf Nachfrage der AZ zu einem Statement an die Fans: "Klar ist es für die Fans nicht einfach. Erstmal ein Dankeschön, dass sie so zahlreich gekommen sind und uns so unterstützt haben. Es war eine super Atmosphäre. Es ist natürlich enttäuschend, dass wir das dritte Jahr in Folge da unten drinstehen und es verdammt eng wird. Ich kann nur an die Fans appellieren, dass wir es nur gemeinsam schaffen. Trotzdem hoffen wir, dass die Fans zahlreich mit nach Heidenheim fahren, um uns dort im Saisonfinale zu unterstützen."

Stefan Ortega …

…auf die Frage, ob das Spiel erklärbar sei: "Ich glaube nicht. Es war ein ausgeglichenes Spiel, Bochum hatte Möglichkeiten, wir auch. Wenn wir in der zweiten Halbzeit zwei, drei Aktionen besser ausspielen, gewinnen wir das Spiel. Wir hatten deutlich mehr Ecken, da ist auch nichts bei rübergekommen. Es war am Ende richtig bitter, dass wir 1:2 verlieren. Wir wollten unbedingt den Sieg, werden am Ende aber bestraft."

…auf die Frage, ob Sechzig besser auf den Punkt gespielt hätte: "Was machst du denn, wenn du Sport machst (blafft einen Reporter an, d. Red.). Willst du gewinnen oder willst du verlieren? Ein Punkt oder drei Punkte? Was ist denn besser? Siehste! Also gehen wir nicht ins Spiel hinein und wollen nur einen Punkt haben. Wir wollten gewinnen, weil wir uns hätten retten können. Also sowas verstehe ich nicht."

…auf Nachfrage der AZ über die Einstellung: "Bochum hat sich am Ende nur noch auf das Kontern verlegt. Für die geht es um nichts mehr, dann fangen wir uns solch einen Konter am Ende. Das war der Nackenschlag."

…auf Nachfrage der AZ, was er den Fans zu sagen habe: "Dass wir mindestens genauso enttäuscht sind. Auch sehr, sehr wütend, weil wir heute eine Riesen-Chance hatten. Jetzt können wir ein, zwei Tage frustriert und sauer sein. Dann müssen wir das Spiel analysieren und schleunigst die Köpfe nach oben bekommen, damit wir am Sonntag in Heidenheim auch wieder auf drei Punkte gehen können."

…auf Nachfrage der AZ über den möglichen Abstieg: "Man geht jedes Szenario durch, was passieren kann. Es gibt keine Garantie, dass wir am Sonntag gewinnen und die anderen verlieren. Wir müssen für alles gewappnet sein. Wir werden aber definitiv in Heidenheim Gas geben und zusehen, dass wir die drei Punkte holen.

…auf Nachfrage der AZ, welchen Eindruck Vitor Pereira auf ihn macht: "Er wirkt sehr, sehr sauer und enttäuscht über die Niederlage."

Vitor Pereira (Trainer TSV 1860):

"Das war heute ein schwieriges Spiel für uns. Wir wollten im Block pressen, aber hatten hinten diese Geschwindigkeit nicht und Schwierigkeiten mit den Spielern von Bochum. Wir mussten zwei Änderungen in der Abwehr vornehmen. Bochum hat die Tiefe sehr gut ausgenutzt, da hatten wir unsere Schwierigkeiten. Es war schwer, das Spiel in den Griff zu bekommen. Bochum hatte nicht viele Chancen und macht zwei Tore. Ein Unentschieden wäre mit den Chancen, die wir hatten, gerecht gewesen. Wir waren heute zu eifrig und hatten nicht die nötige Geduld. Ich kann das auch verstehen in dieser Phase, in der wir stecken. Wir konnten die Zweikämpfe schwer annehmen. Wir hatten viele Ballverluste, dann hat Bochum uns ausgekontert. Wir hatten zuletzt eine Serie von drei, vier sehr gute Spielen, heute war es leider kein gutes Spiel. Man kann nicht verneinen, dass wir verloren haben. Jetzt gilt es, sich zu erholen, die Mannschaft emotional wieder aufzurichten - und dann gibt es ein Finale."

Gertjan Verbeek (Trainer VfL Bochum):

"Wir haben in der ersten Halbzeit ordentlich verteidigt, hatten einige Chancen und sind in Führung gegangen. Leider kassieren wir den Ausgleich nach einem Standard. In der zweiten Halbzeit wussten wir, dass 1860 München kommen würde. Wir haben besser offensiv gespielt und das Spiel verdient gewonnen."

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