Stimmen zum Bayern-Sieg Ancelotti: "Haben nicht so gut verteidigt"

Engagiert wie selten an der Seitenlinie: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Titelverteidiger FC Bayern ist mit einem standesgemäßen Sieg in die 55. Bundesliga-Saison gestartet. Gegen Bayer Leverkusen setzte sich der Rekordmeister mit 3:1 durch. Die Stimmen zum Spiel.

München - Mit phasenweise meisterlichem Angriffsfußball und einigen Aussetzern in der Abwehr hat der FC Bayern die 55. Bundesligasaison gegen Bayer Leverkusen eröffnet.

Das Münchner Starensemble bestätigte beim unterhaltsamen 3:1 (2:0) am Freitagabend gegen defensiv lange Zeit überforderte Gäste auf Anhieb die Ansprüche auf den sechsten Meistertitel am Stück. Die Neuzugänge Niklas Süle (9. Minute) und Corentin Tolisso (19.) stellten vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena flott die Weichen auf den erwarteten Erfolg für das Team von Trainer Carlo Ancelotti.

Torjäger Robert Lewandowski sorgte per Foulelfmeter nach dem ersten Videobeweis der Bundesliga-Geschichte mit dem 3:0 für die Vorentscheidung. Admir Mehmedi konnte für Leverkusen im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich nur noch verkürzen. Die zweite Hälfte wurde wegen eines Unwetters mit 14-minütiger Verspätung angepfiffen.

Leverkusen spielte danach weiter mutig nach vorn, hatte aber zuviel Schusspech. So scheiterte Brandt (54./57.) gleich zweimal in aussichtsreicher Position.

Die Stimmen zum Bundesliga-Auftakt

Niklas Süle (FC Bayern): "Das ist natürlich ein schöner Einstand. Es war ein cooles Gefühl, und ich hatte natürlich auch Gänsehaut. Viel wichtiger ist aber, dass wir heute gewonnen haben. Wir haben definitiv noch nicht an unserem Maximum gespielt und zu viel zugelassen, das ist ein bisschen schade. Aber im Großen und Ganzen war es ein verdienter Sieg."

Sebastian Rudy (FC Bayern): "Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele Chancen zugelassen. Trotzdem haben wir es souverän runtergespielt und verdient gewonnen."

Carlo Ancelotti (Trainer FC Bayern): "Es war ein schwieriges Spiel, und ja, es ist wahr, wir haben nicht so gut verteidigt, haben zu viele Räume gelassen. Aber das kann zu diesem Zeitpunkt passieren, wir stehen erst am Anfang der Saison. Um zu null zu spielen, müssen wir kompakter stehen."

Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Wenn man verliert, ist es nie ein schönes Gefühl, aber wir müssen uns für den Auftritt trotzdem nicht schämen. Ärgerlich für uns, dass wir in der ersten Halbzeit durch zwei Standards in Rückstand geraten sind. Ärgerlich war auch der Elfmeter. Die Mannschaft hat danach weiter versucht, nach vorne zu spielen - Bayern hätte da natürlich den Sack zumachen können. Gut ist, dass wir es geschafft haben, Torchancen zu erspielen, aber wir müssen da einfach effizienter werden."

Bernd Leno (Bayer Leverkusen): "Wir hatten eine Menge Chancen. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem wir hier in München so viele Chancen hatten. Wir haben drei Gegentore durch Standards bekommen. Das müssen wir schnell abstellen, denn das entscheidet Spiele. Man hat aber gesehen, dass der Trainer uns eine Philosophie mitgegeben hat. Wir können mit der Leistung, aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein."

Mats Hummels (FC Bayern) ... zu seiner Auswechslung und seinen Magenproblemen: "Mir war übel."

Bundestrainer Joachim Löw (gegenüber Eurosport in der Halbzeitpause): "Der Führungstreffer war wichtig, vorbereitet von Sebastian Rudy und abgeschlossen von Niklas Süle. Für beide ist es ein super Einstand vor heimischem Publikum." 

Eurosport-Experte Matthias Sammer: "Die Bayern haben in der ersten Halbzeit gute Ansätze gezeigt und hätten auch schon 5:2 führen können. Aber wenn man wirklich ehrlich ist, dann muss man sagen, dass die hochkarätigen Torchancen eindeutig bei Bayer Leverkusen waren. Großes Kompliment, sie haben mit großem Enthusiasmus nach vorne gespielt."

Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern gegnüber Eurosport)...

...zum Umgang mit Spielerverträgen: "Der dümmste Berater kann nichts machen, wenn der Spieler nicht mitspielt. Deswegen muss man die beiden als Team sehen. Wir müssen alle wieder zeigen, wer Herr im Haus ist. Das sind die Vereine, die hoffentlich vernünftige und wasserdichte Verträge machen. Wenn du diese Stärke in deinen Verträgen hast, dann können Spieler und Berater machen, was sie wollen. Wir müssen wieder dahin kommen, dass ein Vertrag ein Vertrag ist."

... zum Streitfall Dembélé und einer möglichen Einflussnahme durch den FC Barcelona: "Wenn Dortmund 120, 130 oder 150 Millionen Euro Schmerzensgeld bekommt, dann ist Dortmund doch der Gewinner und nicht der Spieler. Es kann aber nicht sein, dass der Spieler den Preis bestimmt. Wenn Barcelona dahinter steckt, dann habe ich keine Achtung mehr vor dem Klub. Einen Spieler dazu zu veranlassen, einen Vertrag zu brechen, das ist unterste Kreisklasse. Diesen Preis zahle ich als Verein nicht."

... zum Thema Gewalt im Fußball: "Natürlich bin ich für Kommunikation und nicht für Konfrontation. Man muss gemeinsam Lösungen finden. Eines muss aber auch von vornherein klar sein: Nicht die Ultras werden am Ende zu sagen haben, wie ein Fußballverein zu führen ist."

... zu seiner Zukunft beim FC Bayern: "Wenn man älter wird, dann kommen die Diskussionen. Ich könnte es mir doch leicht machen. Ich bin 65, habe alles gewonnen und wahrscheinlich genug Geld, um mit meiner Familie gut bis ans Lebensende zu leben. Ich könnte mich an den Tegernsee oder auf den Golfplatz setzen. Das ist aber nicht Uli Hoeneß. Ich habe eine Lebensaufgabe, das ist der FC Bayern München. Den will ich so übergeben, dass jeder sagt 'wow'. Das ist das Ziel."

Hier gibt's die Partie im Liveticker zum Nachlesen

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