Stimmen zum 1:0 in Drochtersen Bayern-Coach Kovac: "Wir haben zu langsam gehandelt"

, aktualisiert am 18.08.2018 - 20:36 Uhr
Während der Pokalpartie nicht ganz so entspannt wie in seinen Einschätzungen nach dem knappen 1:0 beim SV Drochtersen/Assel: Bayern-Trainer Niko Kovac. Foto: imago/DeFodi

Der FC Bayern hat die Blamage so gerade eben noch abgewendet. Robert Lewandowski verhinderte mit seinem Treffer beim SV Drochtersen/Assel Schlimmeres. Trainer Niko Kovac ging nicht allzu hart mit seiner Mannschaft ins Gericht und lobte den Gegner.

 

München - Nach den fliegenden Toilettenrollen und dem "goldenen Tor" durch Robert Lewandowski war es die Szene dieser Pokalpartie. Beim 0:1 (0:0) gegen den gastgebenden Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel zeigte sich Niko Kovac als fairer Verlierer und echter Sportsmann.

Der Trainer des FC Bayern hatte gerade erleben müssen, wie sich seine Mannschaft lange Zeit sehr schwer tat gegen den niedersächsischen Underdog - und erst zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit eine mögliche Verlängerung verhinderte. Böse Zungen behaupten, dass der Rekordpokalsieger in diesem Fall sein Flugzeug zurück nach München verpasst hätte...

Drochtersen gegen Bayern: Kovac gratuliert Uder

Und dann marschierte Kovac nach dem Schlusspfiff schnurstracks zu seinem Trainerkollegen Lars Uder, schüttelte ihm die Hand und legte den Arm um seine Schulter. Es war deutlich zu erkennen - der 46-Jährige gratulierte seinem Gegenüber zu einer eindrucksvollen Vorstellung.

Das machte er auch später in seiner ersten Reaktion auf das knappe Weiterkommen klar: "Kompliment an den Gegner. Die Mannschaft hat mit Herzblut und Leidenschaft gespielt, meinen allergrößten Respekt." Allerdings habe er seine Spieler vor dieser ersten Runde im DFB-Pokal ausdrücklich vor dem SC Drochtersen/Assel gewarnt. "Die haben vor zwei Jahren gegen Borussia Mönchengladbach auch nur 0:1 verloren und immerhin auch den Drittligisten VfL Osnabrück ausgeschaltet (im April im Halbfinale des Niedersachsen-Pokals, d. Red.).  

Niko Kovac: "Dafür haben wir ja Manuel"

Wer erwartet hatte, dass Kovac seine eigene Elf nach dieser Vorstellung in Bausch und Bogen verdammen würde, sah sich getäuscht. Er äußerte Verständnis: "Es war ein schwieriges Spiel, wie es im Pokal passiert. Wir wollten das eigentlich nicht und waren gewarnt."

Einziger konkreter Negativpunkt in Kovacs Augen: "Wir haben zu langsam gehandelt." Doch unter dem Strich zähle eben nur das Weiterkommen. Und Kovac bedankte sich ausdrücklich bei Manuel Neuer - "die Chance war schon richtig gut" -, der in der 33. Minute bei einem Entlastungsangriff der Gastgeber die bis dahin beste Chance der Begegnung vereitelte. Drochtersens Florian Nagel scheiterte freistehend aus zwölf Metern an dem glänzend reagierenden Welttorhüter. Kovac: "Dafür haben wir ja Manuel."

Kovac richtete den Blick gleich wieder nach vorn. Denn wenn es am kommenden Freitag (20.30 Uhr, im AZ-Liveticker) gegen die TSG 1899 Hoffenheim um die ersten Bundesliga-Punkte der Saison 2018/2019 geht, will er eine andere Bayern-Elf erleben: "Wir haben noch einiges zu tun. Ich denke, dann wird das alles besser."

Weitere Stimmen zum knappen Pokalsieg des FC Bayern   

Lars Uder (Trainer SV Drochtersen/Assel): "Ich bin einfach nur stolz. Es war eine unglaubliche Leistung, es war für uns ein unglaubliches Spiel. Es ist keine Niederlage, wir haben nicht damit gerechnet, nur mit 1:0 zu verlieren. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft."

Joshua Kimmich (FC Bayern): "Als FC Bayern fühlt es sich fast wie eine Niederlage an, heute nur 1:0 zu gewinnen. Wir haben es uns zu schwer gemacht, weil wir langsam gespielt haben."

Franck Ribéry (FC Bayern): "Die haben das gut gemacht, defensiv gut gearbeitet. Der Platz war auch schwierig für uns. Im Pokal gibt es kein einfaches Spiel. Leider haben wir kein frühes Tor gemacht. Dann haben wir 1:0 gewonne, das reicht. Das ist Fußball."

Manuel Neuer (FC Bayern): "Das war natürlich sehr minimalistisch heute. Aber das Wichtigste ist, dass wir in die zweite Runde eingezogen sind. Für uns ist das Allerwichtigste, wieder nach Berlin zu kommen und den Pokal zu gewinnen.

 

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