Stiftung Warentest Radl-Helme: Das sind die Testsieger

Stiftung Warentest sagt: "Selbst ein mittelmäßiger Helm ist besser als gar keiner." Foto: dpa

Beim Sturz vom Fahrrad kann er Leben retten, der Radhelm. "Stiftung Warentest" hat 15 Modelle untersucht. Sieben sind "gut" – und nicht zwingend teuer.

 

Berlin - Wie gut schützt der Helm bei einem Sturz? Wie gut ist der Radler damit im Dunkeln zu sehen? Und wie heiß wird’s unter dem Kopfschutz? Mit diesen Fragen hat sich "Stiftung Warentest" in der neuen Untersuchung von Radl-Helmen für Erwachsene beschäftigt. Insgesamt wurden 15 Modelle zwischen 30 und 140 Euro im Labor und bei einer Test-Radtour auf Mallorca unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis: Guter Kopfschutz muss nicht unbedingt teuer sein. Sieben Helme haben die Note "gut" erreicht, nur einer ist "ausreichend", der Rest "befriedigend". Den Billigsten unter den drei Besten gibt es schon für 55 Euro.

Die besten Radhelme

Ganz vorne liegt mit der Note 1,7 der Helm Casco Activ 2 für 80 Euro. Dahinter folgt das Modell Cratoni Pacer für 60 Euro (Note 1,8). Das Urteil der Tester: Diese beiden Helme "schützen nicht nur sehr gut vor Kopfverletzungen, sondern sitzen auch angenehm." Sie lassen zudem viel Luft an den Kopf.

Auf Platz 3 folgt der Lazer Beam Mips (Note 2,1). Er kostet 55 Euro und bietet ebenfalls guten Unfallschutz. Weitere vier zwischen 70 und 140 Euro wie der Alpina Mythos 3.0 oder der Limar X-Ride-Superlight sind ebenfalls mit "gut" bewertet worden.

Der Verlierer

Von einem Exemplar raten die Tester ab: vom Falthelm Overade Plixi (85 Euro, Note: 3,9). "Der Overade soll im Handumdrehen eingeklappt und in die Tasche gesteckt werden können. Auf dem Kopf bietet er jedoch kaum Schutz", heißt es im Testbericht. Warum die Sicherheit hier so schlecht ist: "Das liegt auch daran, dass im Helm kein Kopfband eingearbeitet ist, So lässt sich der Umfang nicht genau anpassen und der Helm kann beim Sturz verrutschen." Es ist der einzige Helm, der mit "ausreichend" bewertet wurde.

Reflektoren

Ein wichtiger Faktor beim Thema Sicherheit ist auch, wie gut die Helme im Dunkeln zu sehen sind. Am schlechtesten haben in diesem Bereich die Modelle Alpina, O’Neil, Overade und POC abgeschnitten. Der KED hat laut den Testern dieses Problem: "Ab 75 Grad Celsius löst sich der Reflektor. Im Sommer sollte man diesen Helm besser nicht im Auto liegen lassen."

MIPS-Technologie

Die Hersteller Bell, Giro und Lazer wollen mit der „Mips“-Techonologie punkten. Das System funktioniert so: Eine Folie schmiegt sich an den Kopf, sie ist nur teils an der Helmschale befestigt und kann sich leicht unabhängig davon bewegen. Das soll die Drehbewegungen beim Sturz abfangen. Die Tester aber sagen: Das macht die Helme nicht zwangsläufig sicherer.

Verfallsdatum

Auch Helmmaterial altert. Die Experten monieren, dass nur Giro und KED dazu klare Angaben machen: drei beziehungsweise fünf Jahre nach dem Produktionsdatum. Der Tipp von Stiftung Warentest: nur Helme kaufen, bei denen sich das Verfallsdatum abschätzen lässt.


Der Fahrradhelm-Test ist in der aktuellen „test“-Ausgabe (5/2017) zu finden.

 

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