Steigerung um 61 Prozent Mehr Beschwerden gegen Airlines nach Chaos-Sommer

Zahl der Beschwerden wegen Verspätungen und Annullierungen im Vergleich zu 2018 stieg um 61 Prozent. Symbolbild: Stefan Puchner Foto: Stefan Puchner/dpa

Berlin/Frankfurt - Der zurückliegende Chaos-Sommer im europäischen Luftverkehr hat zu deutlich mehr Verbraucherbeschwerden über die Airlines geführt.

 

Laut Luftfahrtbundesamt wuchs die Zahl der Beschwerden wegen Verspätungen und Annullierungen im Vergleich zum Vorjahr um 61 Prozent auf 4092. Insgesamt gingen 4258 Beschwerden bei der Behörde ein, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. Zuerst hatte das "Handelsblatt" berichtet.

Die Zahl der vom Luftfahrtbundesamt eingeleiteten Bußgeldverfahren stieg 2018 danach um das Sechsfache auf 982. Am häufigsten standen europäische Luftfahrtunternehmen (628) im Visier der Behörde, gefolgt von Airlines aus Drittstaaten (254) und deutschen Fluggesellschaften (100). Die Zahl der konkret verhängten Bußgelder sank hingegen deutlich von 336 im Jahr zuvor auf 33 im Jahr 2018. Hier sind etliche Verfahren noch nicht abgeschlossen. Im Schnitt betrug das Bußgeld 2621 Euro.

Diese Bußen sind nicht zu verwechseln mit Ansprüchen, die Passagiere bei verspäteten oder ausgefallenen Flügen zustehen und die auf zivilrechtlichem Weg individuell durchgesetzt werden müssen. Hier verlangte der Grünen-Abgeordnete Markus Tressel ein schnelles, transparentes und digitales Entschädigungsverfahren. Die Bundesregierung müsse gesetzliche Regelungen schaffen, statt sich auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Airlines zu verlassen.

 

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