Statement von Söder und Reiter Vorwort: 70 Jahre AZ - gemeinsam den Weg weitergehen

"Es geht darum, die Menschen in dieser schönen Stadt täglich zu begleiten": Die AZ-Herausgeber Dietrich von Boetticher (l.) und Martin Balle. Foto: Sven Hoppe/dpa

Das Vorwort zur Jubiläumsausgabe der Abendzeitung. Hier schreiben der Verleger Prof. Dr. Martin Balle und Mitherausgeber Dietrich von Boetticher über München und ihre AZ. Ebenfalls zu Wort kommen der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter.

München - Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an... Vor vier Jahren durften wir als Herausgeber die Abendzeitung übernehmen. Wir haben es nicht bereut. Es macht Spaß, diese traditionelle Münchner Stadt- und Boulevardzeitung zu begleiten. Ehrlich gesagt: Wir lieben es.

Dabei hat sich das Boulevardelement ein wenig verändert. Heute geht es auch in einer Boulevardzeitung nicht mehr zuerst um Sex and Crime. Das bietet das Internet schneller und schriller. Sondern es geht darum, die Menschen in dieser schönen Stadt täglich zu begleiten: ihr Lebensgefühl, ihre Themen, ihre Kultur, auch ihre Kultur des Essens und Trinkens.

Lebensgefühl muss das der Freude bleiben

In München zu leben ist herrlich. Wir wollen Sie dabei mitnehmen. Oft aber nehmen auch Sie uns mit. Informieren, aber zudem auch Teil dieser Stadt sein, ihres Lebensgefühls, ihrer Sonnenseiten. Frisch sein, Freude ausstrahlen, Lebensfreude – den kurzen Moment, den wir auf dieser Welt sind, jeden Tag neu bewusst zu erleben. Das verbindet uns.

Natürlich ist es uns auch weiter wichtig, kritisch zu sein. Wie in all den 70 Jahren. In der Politik, in der Wirtschaft, selbst im Sport. Aber das Lebensgefühl muss das der Freude bleiben. So arbeiten wir und so versuchen wir Zeitung zu machen. Jeden Tag 32 Seiten, auf denen wir uns bei jedem Wort überlegen, ob es so dastehen soll.

Ihnen sind wir dankbar, sehr dankbar, dass wir den Weg mit Ihnen gemeinsam weitergehen dürfen. Eine Stadt braucht die Begleitung durch die Zeitungen der Stadt. Und wir nehmen diese Aufgabe gerne an. Auch in Zeiten der digitalen Informationsflut. Was gibt es Schöneres, als am Morgen eine Tasse Kaffee zu trinken und dabei eine gute Zeitung in Händen zu halten. Wenn wir beide Glück haben, dann ist es auch morgen wieder die Abendzeitung...

In diesem Sinn, auf eine gute weitere gemeinsame Zukunft,
Martin Balle und Dietrich von Boetticher


Markus Söder: Die AZ hat Maßstäbe gesetzt

Seit 70 Jahren beobachtet die AZ das moderne München. Mit der Münchner Abendzeitung in der Hand kann man die Geschichte der Landeshauptstadt durchstreifen. Von den Trümmerlandschaften nach dem Krieg bis zur heutigen Weltstadt mit Herz.

Markenzeichen der AZ sind ihre Berichte aus Kommunal- und Landespolitik, Wirtschaft und Society, Sport und Kultur. In ihren sieben Jahrzehnten hat die AZ Maßstäbe gesetzt. Der Journalismus verdankt ihr frische Ideen und starke Impulse für spannende Geschichten und lebendige Berichte.

So beweist die AZ Tag für Tag aufs Neue, dass eine klassische Zeitung in der bunten Medienwelt und im Herzen der Leser von heute ihren festen Platz hat!


Dieter Reiter: Eine besondere Stimme der Stadt

Was 1948 als "Tageszeitung" und auf nur 40 Tage ausgelegtes journalistisches Demonstrationsobjekt auf der internationalen Presseausstellung in München begann, wurde anschließend als "Abendzeitung" zu einer ganz besonderen publizistischen Stimme in unserer Stadt und geradezu zu einem Stück München.

Deswegen war es ein glücklicher Umstand, dass das von Werner Friedmann gegründete und von seiner Ehefrau Anneliese und seinem Sohn Johannes jahrzehntelang fortgeführte Blatt nach der Insolvenz vor vier Jahren von dem Verleger Prof. Dr. Martin Balle und dem Rechtsanwalt Dietrich von Boetticher erworben und erhalten wurde.

Denn die Medienstadt München kann man sich ohne die AZ wirklich nicht vorstellen. Zu sehr ist sie in den mittlerweile 70 Jahren ihres Bestehens mit dem Lebensgefühl und den Besonderheiten dieser Stadt verwachsen. Als eine der fünf großen Münchner Tageszeitungen ist sie ein waschechtes Münchner Kindl und hat dank ihrer journalistischen Vorzüge und ihrer stets liberalen und toleranten Haltung das Leben und leben lassen in unserer Stadt mitgeprägt.

Dabei hat sie sich bei aller Kritik, die sie immer wieder auch an kleineren und größeren Missständen in Politik und Gesellschaft zu üben hatte, als gute Münchnerin doch stets für ihre Stadt mitverantwortlich gefühlt. Aus allen diesen Gründen gratuliere ich der AZ sehr herzlich zu ihrem 70-jährigen Gründungsjubiläum und wünsche ihr und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Redaktion und Verlag eine gute und erfolgreiche Zukunft!

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