Drei Leichen gefunden Starnberg unter Schock: Sohn tötet seine Eltern

Am Sonntagabend sind in einem Haus in Starnberg drei tote Menschen gefunden worden. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Starnberg unter Schock! Am Sonntag sind in einem Haus drei tote Personen gefunden worden. Ersten Erkenntnissten zufolge soll ein junger Mann seine beiden Eltern getötet haben.

 

Starnberg - Eine Angehörige hatte sich an die Polizei gewandt, weil sie schon seit mehreren Tagen nichts von dem Ehepaar gehört hatte. Als Beamte am Sonntagabend das Einfamilienhaus in Starnberg betreten, finden sie drei Leichen. Die Toten weisen allesamt Schusswunden auf.

Einiges deute darauf hin, dass der 21-jährige Sohn am Wochenende seine 60 und 64 Jahre alten Eltern erschossen habe und anschließend sich selbst tötete, sagte ein Polizeisprecher der AZ. Die Nachbarn in der Straße sind fassungslos. Die Familie ist im Ort sehr angesehen und lebte seit vielen Jahren in Starnberg: Die 60-Jährige war Psychotherapeutin und betrieb im Obergeschoss des Hauses eine eigene Praxis. Sie kümmerte sich auch um traumatisierte Flüchtlinge, berichten Bekannte. Ihr Mann (64) arbeitete als Lichttechniker beim Fernsehen.

Mutmaßlicher Täter von Starnberg war Büchsenmacher

Der Sohn wohnte noch im Elternhaus. Er absolvierte, wie es heißt, eine Ausbildung zum Büchsenmacher. Damit kannte er sich mit Waffen aus. Einen eigenen Waffenschein besaß der 21-Jährige nach Informationen der Polizei aber nicht, genauso wenig wie seine Eltern.

Trotzdem fanden die Beamten in dem Haus zwei Pistolen, offenbar handelt es sich bei der einen um die Tatwaffe. "Die Ermittler vor Ort gehen von einem Familiendrama aus", sagte Hans-Peter Kammerer, der Polizeisprecher. Vater und Mutter lagen mit mehreren Schusswunden im Obergeschoß im Schlafzimmer. Der Sohn wurde ebenfalls mit einer Schusswunde im Obergeschoss in seinem Zimmer gefunden.

Tötungsdelikt in Starnberg: Waffen werden im Labor untersucht

Die Leichen wurden am späten Sonntagabend abtransportiert und in die Rechtsmedizin nach München gebracht. Dort sollen die Toten obduziert werden. Ein Ergebnis soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Bis tief in die Nacht untersuchten die Kripo Fürstenfeldbruck und die Spurensicherung den Tatort. Die Waffen wurden ins Labor der Polizei gebracht.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat das Ehepaar am Freitag noch gelebt, das berichtete ein Bekannter, der sich mit den beiden noch unterhalten hatte. Was danach passierte, ist noch völlig unklar. Die Ermittler vermuten, dass der Sohn seine Eltern mit einer der Pistolen getötet hat und sich anschließend selbst das Leben nahm.

Kein Abschiedsbrief gefunden

Ein Abschiedsbrief wurde nach AZ-Informationen in dem Haus bisher nicht gefunden. "Über das Motiv können wir derzeit keinerlei Angaben machen", so Hans-Peter-Kammerer. Es gebe keine Hinweise darauf, dass weitere Menschen an der Tat beteiligt waren. "Es fanden sich keine Anhaltspunkte für eine Fremdbeteiligung", sagte der Polizeisprecher.

Der 21-jährige mutmaßliche Täter war bis zum Wochenende völlig unauffällig, bei der Polizei war er bis dahin nicht aufgefallen, von psychischen Problemen ist nichts bekannt gewesen.

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