Star-Stürmer des FC Bayern Enttäuschender Auftritt gegen Real: Lewandowski taucht ab

Enttäuschte beim Spiel gegen Real Madrid: Bayern-Stürmer Robert Lewandowski. Foto: firo/Augenklick

Auf Robert Lewandowski war gegen Real Madrid kein Verlass – wie so oft in einem wichtigen Spiel.

München - "Robert, Robert", riefen die Reporter aus aller Welt, doch Robert Lewandowski schüttelte nur müde den Kopf. Der Torjäger des FC Bayern hatte nach dem ernüchternden 1:2 (1:1) im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid keine Lust zu reden. Aus gutem Grund.

Dass die Bayern sich für das Rückspiel am Dienstag im Bernabeu wie Kapitän Thomas Müller "eine andere Killermentalität" wünschten, lag auch an Lewandowski. Der polnische Nationalspieler, in der Bundesliga seit dem Abschied von Pierre-Emerick Aubameyang als Goalgetter unerreicht, tauchte mal wieder ab, als es ganz besonders auf ihn angekommen wäre.

"Ich sehe Lewandowski in diesen Spielen einfach zu wenig", sagte der frühere Bayern-Titan Oliver Kahn im ZDF über den Mann, der in dieser Saison bei 44 Einsätzen 39 Tore erzielt hat. Der 29-Jährige "hat diesen Status, den er haben will", ergänzte Kahn, "wird diesem aber in solchen Spielen nicht gerecht".

Lewandowski vergibt gegen Real Madrid zwei gute Chancen

Gegen Real präsentierte er sich mit vier gewonnenen Luftduellen zwar gewohnt wuchtig. Vor dem Tor aber versagten ihm zwei Mal in aussichtsreicher Position die Nerven. Kurz vor der Pause köpfte er den Ball Real-Torhüter Keylor Navas in die Arme (45.+1). Kurz vor Schluss hatte sich die Bayern-Bank bereits zum erwarteten Torjubel erhoben, doch Lewandowski lupfte die Kugel (nach)lässig über Navas hinweg – und am Tor vorbei (88.).

"Dass ein Klub wie Real Madrid so viel zulässt, ist sehr selten", sagte Trainer Jupp Heynckes, "aber wir waren nicht so effizient, wie wir das gewohnt sind." Torschütze Joshua Kimmich sagte: "Die schießen zweimal aufs Tor und zweimal klingelt es. Das ist auch Qualität. Wir haben genug Chancen und machen sie nicht." Warum das so war? "Das ist schwer zu erklären", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. (Weitere Stimmen zum Spiel finden Sie hier)

In wichtigen Spielen ist Lewandowski wenig effizient

Nun ja. Die Tage, an denen Lewandowski in ganz Europa Angst und Schrecken verbreitete, sind zumindest lange her. 2013 erzielte er im Halbfinal-Hinspiel unglaubliche vier Tore gegen Madrid – im Trikot von Borussia Dortmund. 2012 schoss er den FC Bayern im Pokal-Finale beim 5:2 mit drei Treffern fast im Alleingang ab.

Und im Bayern-Dress? Bei zwölf Einsätzen ab dem Viertelfinale in der Champions League, wenn die echten europäischen Schwergewichte warten, hat er es für die Münchner seit 2014 auf fünf Tore gebracht (Quote: 46,7). Für Polen hat der Rekordtorjäger in acht EM-Spielen zwei Mal getroffen.

Dass Real für einen bald 30-Jährigen mit einer solchen Bilanz auf Top-Niveau eine Mond-Summe bezahlen wird, scheint trotz anders lautender Gerüchte fraglich. Karl-Heinz Rummenigge wiederholte zuletzt ohnehin Mantra-artig, dass Lewandowski nicht zum Verkauf stehe.

"Er gehört in die Kategorie Gerd Müller", sagte der Bayern-Boss mal über "Lewy". Zum Vergleich: Der "Bomber" traf im Landesmeistercup bei 18 Einsätzen ab dem Viertelfinale 12-mal (Quote: 66,7).

Der AZ-Kommentar zum Thema: Lewandowski und Thiago versagen in Entscheidungsspielen

 

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