Stalker 62-Jähriger verfolgt und bedroht Ex-Freundin

Ein Stalker beobachtet sein Opfer (Symbolbild) Foto: dpa

40 Mal am Tag kontaktierte er sie per Telefon oder SMS.  Stalker soll jetzt von Gerichtsgutacher untersucht werden.

 

MÜNCHEN Er ist Münchens schlimmster Stalker: Trotz Kontaktverbots machte Kaufmann Karlheinz Z. (62) seine Ex-Freundin Eva-Maria D. (54) auf dem Weg in den Gerichtssaal wieder an. Er trat von hinten an sie heran, flüsterte ihr ins Ohr: „Na, wie war der Sex mit Peter?“ Zwei Polizeibeamte gingen dazwischen, brachten die Krankenschwester zur Zeugenbetreuungsstelle – bis sie ihre Aussage gegen den Stalker vor dem Münchner Amtsgericht machen durfte. „Noch heute bekomme ich Panikattacken, wenn das Telefon klingelt“, sagte Eva-Maria D.

Vom 8. März bis zum 11. Oktober 2010 hat der Angeklagte sie fast täglich bis zu 40 Mal telefonisch oder per SMS kontaktiert, ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen, vor der Wohnung aufgelauert, sich auf ihre Terrasse geschlichen und ihr am Arbeitsplatz in einer Klinik aufgelauert oder telefonisch belästigt. Die Stationsleiterin sagte: „Er hat den Klinikbetrieb lahmgelegt.“

Dabei hatte die Beziehung im Januar 2008 leidenschaftlich begonnen. Eva-Maria D. arbeitete in Frankfurt bei der Agentur „Diva Escort“. Als „Nora“ konnte man sie buchen. Dies tat der Kaufmann, der früher mit seiner Frau und den beiden erwachsenen Söhnen in Starnberg lebte. Eva-Maria D.: „Ich habe wegen ihm bei der Agentur gekündigt und bin nach München gezogen.

Wir haben uns eine gemeinsame Wohnung genommen. Er wollte mich sogar heiraten.“ Aber durch seine ständigen Eifersuchtsszenen kam es bereits nach ein paar Monaten zur ersten Trennung. Sie erinnerte sich: „Immer wenn das Handy geklingelt hat, wollte er wissen, ob ein ehemaliger Bekannter dran ist. Nach der Trennung haben wir es dann noch einmal versucht, weil ich glaubte, dass sich Menschen ändern.“ Ein Irrtum. Anfang 2010 war die Beziehung endgültig gescheitert. „Ich hatte richtig Angst vor ihm.

Er war so zwiespältig. Mal auffällig nett und dann wieder so aggressiv.“ Trotz Trennung ließ Karlheinz Z. nicht locker. In einer SMS vom 14. Juni schrieb er: „Die Treibjagd hat begonnen!“ Er informierte die Klinik-Leitung über ihr früheres Leben beim Escort-Service, schickte intime Fotos von Eva-Maria D. und meinte: „Ich möchte Frau D. nichts Böses.

Aber so etwas geht nicht in einer sozialen Einrichtung wie Ihrer Klinik.“ Auch das Auto von Eva-Maria D. soll er demoliert haben. Karlheinz Z., der wegen der Taten bereits in U-Haft saß, räumte die Nachstellungs-Vorwürfe ein: „Das mit dem Auto war ich aber nicht.“ Das Verfahren wurde unterbrochen, weil Karlheinz Z. jetzt psychiatrisch untersucht werden muss. 

 

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