Stage Entertainment Disney ade! Finanzinvestor: O weh?

Das Darstellerteam von "Fack ju Göhte" als Musical im Münchner Werksviertel. Foto: Stage Entertainment

Stage Entertainment: Erfolgsgeschichte oder bröckelndes Musical-Imperium? Ein Entwicklungsbericht.

Sie ist der größten Musical-Veranstalter in Deutschland und hatten mit Disney-Broadway-Stücken – wie "König der Löwen" – auch in Deutschland ein Publikum, das in mehrstellige Millionen Höhe geht. Auch "Die Schöne und das Biest" oder "Tanz der Vampire" zog ein Massenpublikum aus ganz Deutschland an. Aber hat die Stage Entertainment mittlerweile mit Besucherrückgängen und floppenden Produktionen zu kämpfen?

Schwerer Stand ohne das Label Disney?

In den letzten Jahren fehlte der ganz große Wurf. Stattdessen setzte das Unternehmen immer wieder auf Produktionen, die in Flops endeten, wie etwa "Titanic" (2002 abgesetzt), "Rocky" (2016 abgesetzt) oder die "Phantom der Oper"-Fortsetzung "Liebe stirbt nie", das 2016 nach nicht mal einem Jahr Spielzeit auslief.

Für das "Wunder von Bern" wurde in Hamburg ein 40 Millionen teures Theater gebaut, aber nach zwei Jahren war Schluss. Aktuelle Beispiele sind "Kinky Boots" und "Fack ju Göhte – Das Musical", das den Standort München für die Stage Entertainment öffnen sollte, aber das Haus wurde nicht voll. Tun sich Musicals in Deutschland ohne den Disney-Stempel schwer?

Theater-Schließungen

Der Vorhang fällt, die Türen schließen sich. Zwei große Stage-Theater beherbergen keine Eigenproduktionen mehr. 2010 schloss das Colosseum Theater in Essen mit "Buddy Holly" seine Pforten. 2016 endete für das Theater am Potsdamer Platz in Berlin mit dem Udo-Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" vorerst der Betrieb. Bei beiden Theatern bleibt die Stage Entertainment aber Mieter und vermietet an andere Produktionen, wie 2018 für "Beat it!" oder "Wahnsinn", weiter.

Die Musicalschule ist dicht

Auch die eigene Musicalschule Joop van den Ende Academy in Hamburg musste 2016 schließen. Hier sollte eigentlich der Nachwuchs ausgebildet werden. Ein neuer Finanzinvestor aus Luxemburg befand die Schule aber für nicht lukrativ.

Bleibt die Kreativität auf der Strecke?

1998 von Theater- und TV-Produzent Joop van den Ende gegründet, galt die Stage Entertainment mit ihren weltweiten Produktionen jahrelang als die Erfolgsmusical-Schmiede. 2015 wurde mit CVC Capital Partners ein Luxemburger Finanzinvestor mit ins Boot geholt, an die der Gründer van den Ende 60 Prozent seiner Firmenanteile veräußerte. Dadurch sollte das Unternehmen weiter wachsen. Aber einem Finanzinvestor geht es um den reinen Profit. 2014/2015 lag der Umsatz des Unternehmens bei 302 Millionen Euro und 3,45 Millionen Besuchern.

Neue Pläne

Obwohl "Fack ju Göhte - Se Mjusicäl" beim Zuschauer nicht besonders ankam, setzt die Stage Entertainment trotzdem auf München als Standort für Musical-Produktionen. Diesen Sommer kommt mit "Mamma Mia" ein Gastspiel ins Deutsche Theater. Und auch Werk 7 im neuen Werksviertel hinterm Ostbahnhof soll nicht leer bleiben.

Und auch 2018/2019 sind für Oberhausen und Hamburg bereits zwei neue Großproduktionen angesetzt. Im November 2018 soll das Musical-Spektakel "Bat out of Hell" zum Hit-Album von Rock-Legende Meat Loaf im Stage Metronom Theater Oberhausen Deutschlandpremiere haben.

Und 2019 kommt mit "Cirque du Soleil Paramour" das erste Musical des legendären kanadischen Zirkus vom Broadway direkt ins Stage Theater Neue Flora in Hamburg.

 

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