Stärken und Schwächen Der verspielte Prince: Was Owusu bei Sechzig noch verbessern muss

Die Löwen-Spieler Prince Osei Owusu (rechts) und Phillipp Steinhart bejubeln das 1:1 gegen die SpVgg Unterhaching. Foto: imago/Lackovic

Owusu brachte die Löwen mit seinem Treffer zum 1:1 im Toto-Pokal gegen Haching ins Elferschießen – und damit letztlich ins Halbfinale. Doch noch agiert er zu eigensinnig.

 

München - Dieses Spiel dürfte vielen Löwen lange im Gedächtnis bleiben. Nicht das blamable 1:4 am Samstag bei TSV 1860 Rosenheim. Vielmehr der Viertelfinal-Krimi gegen die SpVgg Unterhaching (4:3 nach Elferschießen), als sich Torwart Marco Hiller zum Toto-Pokal-Helden krönte.

Dabei war auch ein anderer Löwe im entscheidenden Moment zur Stelle – und sorgte mit seinem 1:1-Ausgleich dafür, dass Sechzig das Elfmeter-Roulette überhaupt erreichte.

Prince Osei Owusu, im vergangenen Winter von Zweitligist Arminia Bielefeld ausgeliehen, wurde im Sommer in letzter Minute ein zweites Mal als Leih-Löwe verpflichtet. Nun feierte er am vergangenen Freitag im Grünwalder Stadion seine Tor-Premiere auch im Toto-Pokal.

Prince Osei Owusu: Sein zweiter Streich im vierten Spiel

"Es war Derby-Zeit. Wir haben uns vorgenommen, weiterzukommen. Es war ein sehr wichtiges Tor. Ich bin einfach nur froh, dass wir es geschafft haben", sagte Owusu hinterher über seinen 1:1-Ausgleich in der 64. Minute. Nach der zwischenzeitlichen Führung im Auswärtsspiel der 3. Liga beim MSV Duisburg (1:2) Owusus zweiter Streich im vierten Spiel.

Flanke Phillipp Steinhart, Owusus Sprint in den Fünfer, aus kurzer Distanz eingeköpft: Der Deutsch-Ghanaer profitierte bei seinem Tor von seiner Physis und Kopfballstärke.

Bierofka lobt Owusu: "Er hat es gut gemacht"

Trainer Daniel Bierofka lobte seinen 1,90 Meter großen Angreifer. "Ich freue mich für den Ossi", sagte der 40-Jährige über Owusu, dessen zweiter Vorname bei 1860 zum Spitznamen geworden ist: "Er ist im Strafraum dort gestanden, wo ein Stürmer stehen muss, am ersten Pfosten. Er hat es gut gemacht." Bierofka wusste aber auch: "Wir müssen noch an gewissen Dingen arbeiten."

Sogar der Torjäger selbst äußerte sich ähnlich, gab sich nach Sechzigs Halbfinaleinzug – unaufgefordert – selbstkritisch. "Wir müssen auch klar sagen, dass wir viele Umschaltchancen hatten und die nicht sauber ausgespielt haben", sagte Owusu: "Auch ich habe sie zwei, drei Mal nicht sauber ausgespielt. Das weiß ich auch persönlich – und habe mich in der Halbzeitpause sehr aufgeregt."

Prince Osei Owusu: Deshalb erntete er Pfiffe

Ein Beispiel, das Owusus Schwächen offenlegte: Der gebürtige Wertheimer marschierte gleich zwei Mal mit dem Ball am Fuß in Richtung gegnerisches Tor, nur verpasste er jedes Mal das richtige Timing, die Kugel wieder herzugeben. Sechzigs Anhänger quittierten es mit Pfiffen.

Wohl auch wegen dieser Eigensinnigkeit blieb Owusu in der Rangfolge bisher hinter Sascha Mölders. Etwas zu ballverliebt, etwas zu verschnörkelt - Owusu, der eigenen Aussagen zufolge von der Champions League träumt, gab schon vergangene Saison ab und an den verspielten Prince.

Prince Osei Owusu: "Ich weiß, woran ich schrauben muss"

Schon damals wussten die 1860-Fans nicht so genau, was sie vom Leih-Löwen halten sollten. Manche feierten den Mann, der in 16 Spielen drei Tore und zwei Assists ablieferte, darunter den wichtigen 3:2-Siegtreffer gegen Fortuna Köln – der sicherte den Klassenerhalt!

Andere motzten über die Spielweise des jungen Angreifers. Owusu hat sich daher vorgenommen, die eigene Torproduktion anzukurbeln – und seine Fehler abzustellen. "Ich weiß, woran ich schrauben muss", meinte der 22-Jährige im Hinblick auf das Heimspiel gegen den KFC Uerdingen (Samstag, 14 Uhr, im AZ-Liveticker). "Das werde ich tun in der Trainingswoche."

Prince Osei Owusu: Fürs Elfmeterschießen aussortiert

Schon zuletzt habe er "zwei, drei Extraeinheiten geschoben. Ich wollte mich auf den Moment vorbereiten", meinte der hochaufgeschossene Vollstrecker: "Wenn ich meine Chance bekomme, muss ich da sein."

Schließlich sei er als Stürmer "dazu da, Tore zu schießen" und nun sei er "sehr froh, dass es geklappt" habe. Übrigens: Was das eingangs erwähnte Elfmeterschießen anbelangt, hätte der gelernte Stürmer gerne geschossen.

"Ich war bereit", sagte er, doch Coach Bierofka habe ihn überstimmt: "Der Trainer hat entschieden, wer schießen soll. Klar hätte ich gerne geschossen, aber so ist es halt." Zu Owusus Trost bleiben noch reichlich Spiele übrig, um sich ebenso schnörkellos (hoffentlich) wie zielsicher (hoffentlich) zu zeigen – und selbst in die Heldenrolle zu schlüpfen.

Lesen Sie hier: Wie Elfer-Killer Hiller mit der Reservisten-Rolle umgeht

 

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