Städtischer "Glaubenskrieg" Umbau Alte Akademie: Der Kampf um die Arkaden

Wie soll die Alte Akademie in Zukunft aussehen? Investor und Denkmalschutz sind da nicht ganz einer Meinung. Foto: Daniel von Loeper

Der Umbau der Alten Akademie verzögert sich offenbar. Grund ist ein erneuter Streit um die Säulengänge – dieses Mal geht es jedoch um die an der Kapellenstraße.

 

München - Arkaden sind wirklich eine feine Sache. Im Winter spenden sie Schutz vor Schnee und Hagel, im Sommer kann man sich in ihrem Schatten vor einem Gewitterschauer verstecken. Nicht umsonst hat der Stadtrat also darauf beharrt, dass beim anstehenden Umbau der Alten Akademie die Arkaden in der Neuhauser Straße erhalten bleiben.

Streit um seitlichen Säulengang

Dummerweise hat der geschichtsträchtige Gebäudekomplex aber nicht nur zur Fußgängerzone hin Arkaden, sondern auch auf der Seite an der Kapellenstraße. Der Umbau der Alten Akademie verzögert sich deshalb offenbar noch. Denn um den seitlichen Säulengang gibt es nun neuen Streit.

Während bei den Arkaden an der Neuhauser Straße inzwischen weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass diese zwar verschmälert werden dürfen, aber grundsätzlich erhalten bleiben müssen, war der Durchgang an der Kapellenstraße bislang kein großes Thema. Nun will das Landesamt für Denkmalpflege offenbar aber auch die dortigen Arkaden unbedingt erhalten.

Es sei ein wahrer Glaubenskrieg entbrannt, sagt Stadtrat Walter Zöller (CSU). Vor allem Generalkonservator Mathias Pfeil und der frühere Stadtheimatpfleger Gert Goergens hätten sich an der Frage der Arkaden richtig festgebissen. „Da tobt ein ideologischer Kampf“, sagt Planungsexperte Zöller.

Alte Akademie gehört Investor René Benko

Die Signa-Holding um den österreichischen Immobilienmogul René Benko, dem die Alte Akademie gehört, gibt sich noch gelassen. So leicht wird sich der Streit aber nicht lösen lassen. Denn auch der Architekt Bernhard Landbrecht, der zum Jahreswechsel die Aufgaben als Stadtheimatpfleger übernommen hat, hält wie sein Vorgänger die Arkaden für wichtig.

Vermutlich wird sich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) einschalten müssen, glaubt CSU-Stadtrat Zöller. Anders werde sich die Angelegenheit nicht klären lassen. Zu verhärtet seien die Fronten zwischen Denkmalschutz und Investor mittlerweile.

 

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