Städtische Kliniken Diese Krankenhäuser sind selber Patienten

Die städtischen Kliniken sind teilweise selbst Patienten, so etwa Krankenhäuser in Schwabing und Bogenhausen. Foto: Martha Schlüter/Herbert Stolz

Die Krankenhäuser Bogenhausen und Schwabing müssen saniert werden, was etwa 613 Millionen kosten würde. Zwei Neubauten wären billiger – ein Gutachten soll klären, wie’s weitergeht. 

 

München - Die städtischen Klinken kranken – nicht nur an den Finanzen: Auch an der zum Teil mangelhaften Gebäudesubstanz. Neben den Neubauten in Harlaching stehen jetzt die Häuser in Schwabing und Bogenhausen im Fokus: Sie müssen dringen saniert werden. Kostenpunkt: geschätzte 620 Millionen Euro. Da ist ein Neubau billiger. Ein Gutachten über den Bauzustand bringt jetzt die harten Fakten auf den Tisch.

Bogenhausen ist mit gerade mal 30 Jahren das jüngste städtische Krankenhaus. Dort ist eine Generalsanierung nötig, die auf 306,2 Millionen Euro geschätzt wird. Ein Neubau an gleicher Stelle würde dagegen 304 Millionen Euro kosten. Während der gesamten Bauzeit käme es zu Beeinträchtigungen durch Lärm und Erschütterungen – bei laufendem Krankenhausbetrieb. Aber selbst nach einer Totalsanierung werde es „keine optimale Struktur“ geben. Bauzeit: Vier bis acht Jahre.

Patient Schwabing: Eine Sanierung wird auf 311 Millionen geschätzt: Das wäre fast so teuer wie ein Neubau mit 320 Millionen Euro. Aber auch dann wäre es wie in Bogenhausen: Es gäbe immer noch „keine optimale Infrastruktur und Arbeitsbedingungen“. Eine Sanierung könne „nicht einmal annähend den optimalen baulichen Rahmen erreichen, der mit einem Neubau erreicht werden könnte“.

Das Problem in Schwabing: Was macht man im Falle eines Neubaus mit dem Grundstück? Viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz, der Baumbestand kann nicht gefällt werden.

Die Gutachter kommen zu dem Schluss: Eine Sanierung ist im Verhältnis zu den Neubaupreisen vollkommen unwirtschaftlich. Was tun? Das soll nun eine Machbarkeitsstudie zeigen: Entweder beide Kliniken neu bauen oder beide zu einer Klinik zusammenschließen.

Die Verwaltung soll bis 15. März 2013, so ein Antrag von SPD und Grünen, nach einen geeigneten Standort suchen im Münchner Norden.

Die Frage ist, was geschieht aber mit den beiden dringend sanierungsbedürftigen Kliniken bis zu einem eventuellen Neubau? Die Chefs des Klinikums sollen bis zum 15. Juli ein Konzept vorlegen, wie die beiden Kliniken in Bogenhausen und Schwabing bis zu einem Neubau optimiert werden können, was alles getan werden muss.

Das Ganze soll mit den Förderbehörden abgesprochen werden. Und es muss noch geklärt werden, was man mit dem Grundstück des Schwabinger Krankenhauses macht.

Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) kann sich da eine kleine Portalklinik vorstellen – für Notfälle.

 

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