Stadtrat mit Bedenken Schmid bekommt beim Bierpreis eins auf den Deckel

Kommt die Bierpreisbremse durch den Stadtrat? Foto: Andreas Gebert/dpa

Der Wiesn-Chef droht mit seiner Reform des Oktoberfests durchzufallen. Rot-Grün schmiedet bereits an einem Gegenentwurf. Und auch die FDP will die Bierpreisbremse nicht mittragen.

München - Am Mittwoch ist es also so weit: Der Stadtrat berät über ein Thema, das das Rathaus über Wochen gespalten hat. Es geht um die sogenannte Bierpreisbremse. Eigentlich geht es sogar um mehr als das.

Bürgermeister Josef Schmid (CSU) schlägt in seiner Funktion als Wiesn-Chef nämlich gleich drei Neuerungen vor: Der Maßpreis soll auf dem Niveau vom vergangenen Jahr gedeckelt werden (10,70 Euro). Um die gestiegenen Sicherheitskosten bezahlen zu können, sollen die Wiesn-Wirte in Zukunft eine Umsatzpacht bezahlen. Und schließlich soll das Oktoberfest hinten raus auch noch um einen Tag verlängert werden.

16 Tage Halligalli sind genug

Zwar will sich keine Fraktion vor der Debatte im Stadtrat näher äußern. Es sieht aber nicht so aus, als würde auch nur einer dieser Vorschläge durchgehen – zumindest nicht so, wie sich Schmid das vorstellt.
Die SPD lehnt alle drei Ideen ab. Wenn das Bier nicht teurer werden darf, so befürchtet man in der Fraktion von Oberbürgermeister Dieter Reiter, werden die Wirte einfach bei anderen Preisen etwas draufschlagen, etwa beim Hendl und beim Spezi. Familien würden dadurch nicht wie geplant entlastet, sondern müssten sogar noch tiefer in die Tasche greifen.

Die Umsatzpacht hält man bei der SPD für zu kompliziert und den zusätzlichen Montag einfach für überflüssig. Nach 16 Tagen Halligalli hätten schließlich nicht nur die Schausteller und Wiesn-Bedienungen genug, auch die Münchner hätten keine Lust mehr auf Karussell und Bierzelt.

In den anderen Fraktionen sieht man das ähnlich. "Als Liberale sind wir grundsätzlich gegen Preisabsprachen", sagt FDP-Chef Michael Mattar. Deswegen werde seine Fraktion die Bierpreisbremse auch nicht mittragen. Mehr will er dazu nicht sagen. Was die anderen beiden Punkte betrifft, müsse man die Stadtratsdebatte abwarten.

So wird man also erst im Laufe des Tages erfahren, wie es mit der Wiesn weitergeht. Zu hören ist aber zumindest, dass es womöglich ein rot-grünes Bündnis geben wird. Dieses will kippen, was der schwarze Wiesn-Chef sich ausgedacht hat.

 

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