Die Landshuter Airportlinie hat gegen den Überregionalen Flughafenexpress (ÜFEX) den Kürzeren gezogen. Jetzt bekommen die Pendler Unterstützung.

 

Landshut - Viele Landshuter Pendler hat das angekündigte Aus der Airportlinie Ende 2018 hart getroffen. Auf Facebook gab es Trauerbekundungen und viel Wut. Die Flughafenmitarbeiter wollen aber auch kämpfen. Jetzt bekommen sie Unterstützung vonseiten der Politik.

Gestern hat Freie-Wähler-Stadtrat Klaus Pauli - einer der Hauptinitiatoren zur Gründung des Flughafenbusses - einen Antrag an den Stadtrat gestellt: Die Landshuter Stadtverwaltung soll sich bei der Regierung von Niederbayern für den Erhalt der Airportlinie einsetzen.

"Von der Haltung der Regierung bin ich mehr als enttäuscht", sagte Pauli gestern auf AZ-Anfrage zum drohenden Airportlinien-Aus. "Es kann nicht sein, dass ein Flughafenbus in Oberbayern funktioniert und bei uns nicht."

 

Pauli zweifelt Argumente an - und führt eigene auf

 

Die Argumente der Regierung pro Bahn - die Refinanzierung der Bahnstrecke und die dadurch schädliche direkte Konkurrenz der Airportlinie zum ÜFEX - hält Pauli für fadenscheinig: "Der ‚Überregionale Flughafen Express' ist in erster Linie, wie der Name schon sagt, eine überregionale Anbindung und keine reine Landshuter Anbindung."

Die neue Bahnanbindung des ÜFEX sorge zwar mit Sicherheit für eine große Entlastung zu Stoßzeiten auf den Straßen der gesamten Region: "Im Mittelpunkt der Entscheidung über die Zukunft der Airportlinie sollten aber vielmehr die Interessen der Pendler aus Stadt und Landkreis stehen", so der Stadtrat.

Etliche Pendler müssten schon teils in den frühen Morgenstunden am Flughafen sein. Die Bahn könne das mit dem derzeitigen Angebot nicht leisten.

Die Argumente, noch einmal über den Erhalt der Airportlinie nachzudenken, liegen für Pauli deshalb klar auf der Hand: "Für diejenigen Beschäftigten, die zu Beginn der Frühschicht bereits vor 4.30 Uhr am Flughafen sein müssen, fährt die Bahn zu spät." Und: "Dass dies nach langwierigen Potenzialanalysen seitens der Bahn geändert werden würde, ist alles andere als gewährleistet", so der Stadtrat.

 

"Müssen im Sinne der Pendler handeln"

 

Auch für die Pendler, die entlang der Airportlinie zusteigen, seien lange Anfahrtswege zum nächsten Bahnhof aus Zeit- und Kostengründen keine Alternative. Pauli: "Im Sinne der Bürger aus der Region ist es deshalb wichtig, dass die Stadt sich für die Fortführung der Linie, gegebenenfalls mit etwas geänderter Linienführung oder Taktung, zeitnah einsetzt."

Möglich wäre es laut Pauli, den Bus nicht über den Landshuter Hauptbahnhof fahren zu lassen, um die Konkurrenzsituation zu entspannen.

 

Unterstützung kommt von den Grünen und Landshuter Mitte

 

Unterstützung bekommt Pauli von zwei Fraktionschefs: Stefan Gruber, Grüne: "Für den Flughafenbus sollte man sich unbedingt einsetzen. Zum einen ist es ein No-Go, den Flughafenangestellten in der Frühschicht die rechtzeitige Anreise mit dem ÖPNV zu nehmen. Zum anderen wäre ein Erhalt der Airportlinie auch im Sinne der Reisenden." Nach Grubers Meinung wäre es sogar ideal, wenn sich die Airportlinie und Bahn - zeitlich versetzt - ergänzen würden.

Hans-Peter Summer, Landshuter Mitte: "Es ist sehr unglücklich, dass beide Linien so gegeneinander ausgespielt werden. Wenn die Bahn für die Angestellten in der Frühschicht ein passendes Angebot unterbreiten würde, könnte man die Airportlinie eventuell noch verschmerzen." Grundsätzlich gehe es bei dem Ausbau der Bahnlinie auch darum, die Straßen zu entlasten.

Dass nun Pendler wieder vor die Wahl gestellt werden, auf das Auto auszuweichen, sei nicht Sinn der Sache. "Ich glaube kaum, dass bei den unterschiedlichen Arbeitszeiten Fahrgemeinschaften gebildet werden", sagt Summer. Eine Ergänzung zwischen Airportlinie und ÜFEX - jedenfalls zu den Unzeiten - wäre laut Summer deshalb ein Lösungsansatz.

Klaus Pauli geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wenn die Bahn nicht die große Akzeptanz von den Pendlern erfährt, muss sie sich diese halt erarbeiten. Sie kann den Pendlern jederzeit ein gutes Angebot machen."