Stadtführung Münchens Geschichte in Seuchen

Das sogenannte Wurmeck am Neuen Rathaus zeigt die Stelle, an der - der Sage nach - ein Lindwurm aus der Erde kroch und die Pest in der Stadt verbreitete. Foto: Wikipedia/Oliver Raupach

Von der Pest bis zur Cholera: Eine Führung begibt sich auf die Spuren der Seuchengeschichte in München von der Stadtgründung bis Ende des 19. Jahrhunderts.

 

Altstadt - München wurde über Jahrhunderte von schrecklichen Seuchen heimgesucht. Krankheiten, die heute fast vergessen sind, rafften tausende Menschen dahin.

Am kommenden Sonntag (17. November) begibt sich eine Stadtführung wieder auf die Spuren dieses besonderen Themas.

Die Pest wütete hier im Mittelalter nahezu alle sieben Jahre. Jedes Mal starb mindestens ein Drittel der Bevölkerung - mit einschneidenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Die Friedhöfe quollen über, der Hunger hielt Einzug in die Stadt.

Bei Hungersnot drohte eine Massenvergiftung durch Mutterkorn verseuchtes Getreide.
Unvorstellbar auch die "Lepraschauen" auf dem Gelände des Heilig Geist Spitals, dem heutigen Viktualienmarkt, um die Kranken zu erkennen und in den Leprosenhäusern außerhalb der Stadt zu isolieren. Nicht zu vergessen die Syphilis, die von Söldnern eingeschleppt wurde - mit verheerenden Folgen.

Die Pocken und der Typhus breiteten sich hauptsächlich in den Armenvierteln der Stadt aus. Später bei der 1. Industrieausstellung im Münchner Glaspalast schlug erneut die Cholera zu. Die Kartenabreißer "verteilten" die Seuche mit den Eintrittskarten. Alles was Rang und Namen hatte war zur Eröffnung gekommen. Prominentes Opfer war Therese von Bayern, der wir das Oktoberfest verdanken.

Max von Pettenkofer, der die katastrophalen hygienischen Verhältnisse der Stadt nicht nur untersuchte sondern auch anprangerte schaffte es, mit Beharrlichkeit und Überzeugungskraft, dass München eine Kanalisation bekam. Eine Sensation: "Frisches Wasser für München".

Die Stadtführerin Ulrike Müller-Rösler ist gelernte Krankenschwester und hat als solche ein besonderes Faible für die Medizin- und Sozialgeschichte Münchens.

Die nächste Führung findet am 17. November um 14 Uhr statt.

Dauer: ca. 2,5 Std., bei jedem Wetter

Treffpunkt: Marienplatz, Haupteingang neues Rathaus

Route: über "Wurmeck", Petersbergl, "Alter Peter", Viktualienmarkt, Schrannenhalle, Jakobsplatz, oberer Anger, Rossmarkt, Sendlinger Tor.

Preise: 12.00 Euro pro Person, Gruppenpreise nach Vereinbarung

Informationen unter: www.seuchengeschichte-muenchen.de

 

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