Stadt stellt Pläne vor McGraw-Kaserne: Platz für 300 Flüchtlinge

Voll besetzt: Die Sporfthalle an der Säbener Straße. Foto: ho

Die Stadt informiert die Giesinger über die geplante Unterkunft – viele Anwohner bieten ihre Hilfe an.

 

Giesing - Fast bis auf den letzten Platz war die Sporthalle an der Säbener Straße gefüllt. Unter der Leitung von Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) präsentierten Stadt und Freistaat einen vorläufigen Bebauungsplan für die ehemalige McGraw-Kaserne, in der künftig Flüchtlinge untergebracht werden.

Strobl machte gleich zu Beginn klar, dass es nicht nur darum ginge die Anwohner zu informieren, sondern auch Sorgen und Bedenken zu hören und offene Fragen zu klären. „Weil es ein Dialog sein soll und sein kann“, sagte Strobl. Allein Wortmeldungen rechtsextremen Inhalts würde man nicht dulden und gegebenenfalls vom Hausrecht Gebrauch machen – nötig war dieser Schritt glücklicherweise nicht.

Ab Mitte Dezember wolle man mit der Errichtung einer „Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung an der Bayernkaserne“ für 300 Flüchtlinge beginnen. Geplant ist die Errichtung von fünf Gebäuden im südöstlichen Teil der früheren Kaserne: Drei zweigeschossige Unterkunftsgebäude, in denen je 100 Flüchtlinge wohnen sollen. Außerdem ein Gemeinschaftsgebäude mit Speise- und Aufenthaltsräumen, sowie ein Verwaltungsgebäude, beide jeweils nur eingeschossig.

Die Zufahrt zur Unterkunft ist über die Tegernseer Landstraße geplant, während die Belieferung von der Seite der Warthofstraße und Stadelheimer Straße stattfinden wird. Der Fußgängerdurchgang zur Warthofstraße kann nach der Eröffnung nicht mehr genutzt werden. Um der immer wieder auftauchenden Frage nach der Sicherheit rund um die Unterkunft zu begegnen, war Michael Dibowski, Leiter der Giesinger Polizeiinspektion, anwesend. Er stellte klar: „Nach der Eröffnung ist kein signifikanter Anstieg an Delikten zu erwarten.“ Gerade in der Anfangszeit will die Polizei jedoch verstärkt Präsenz zeigen – um beiden Seiten Ängste zu nehmen.

Und dennoch war ein großer Teil der ersten Fragen von Sorgen und teils unsachlichen Bedenken geprägt. Zu viel für eine junge Frau aus Harlaching, die sich angesichts dessen laut fragte, in was für einem Viertel sie eigentlich lebe. Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) betonte: „5000 Flüchtlinge sind für eine 1,4 Millionen Stadt eigentlich überhaupt kein Problem.“ Wie lange die Flüchtlingsunterkunft auf dem McGraw-Gelände bleiben wird, ist unklar. Mit einer Dauer von fünf Jahren können die Anwohner aber rechnen. Die Pläne, auf dem Gelände Wohnungen zu errichten, sollen parallel weiterbetrieben werden. Eine komplette Verlegung der Erstaufnahmeeinrichtung nach Giesing ist auch nach der endgültigen Schließung der Bayernkaserne 2016 nicht geplant.

In der zweistündigen Infoveranstaltung lagen aber auch viele Fragezettel vor, auf denen Anwohner ihre Hilfe anboten. Eine Harlachingerin: „Unser Viertel ist so zersiedelt. Ich sehe das jetzt als Chance, zusammen zu kommen.“

 

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