Stadt hat keine Handhabe Firma abgetaucht: Wann räumt Obike seine Räder weg?

Ein aktuelles Bild aus München zeigt: Es gibt immer noch genug Obikes für Vandalen in der Stadt. Foto: dpa

Immer noch finden sich auf Münchens Straßen zahlreiche Obikes, dabei hatte die Firma hier zuletzt den Rückzug angekündigt. Auch bei der Stadt steht man dem Problem hilflos gegenüber.

 

München - Nein, wirklich gut lief es für die Firma Obike in München nie. In den Medien als „gelbe Pest“ betitelt und bald im Fokus der Vandalen, fristeten die allermeisten der 7.000 Leihräder schon kurz nach ihrer Einführung ihr Dasein in Büschen und Böschungen.

Zwar kündigte die Firma aus Singapur schon vor einigen Monaten an, einen Großteil der Flotte aus der Stadt zu entfernen, doch zumindest dem Anschein nach ist seitdem nur wenig passiert.

Wie viele Obikes derzeit wirklich noch in der Stadt unterwegs sind, weiß man auch bei der Stadt nicht genau. „In der letzten E-Mail an uns hieß es, sie versuchen die Fahrräder bis spätestens Ende Juli einzusammeln“, sagt Lukas Raffl von der Stabsstelle Radverkehr. Was seitdem passiert ist, darüber gab es keine Rückmeldung.

Ansprechpartner wechseln häufig

Überhaupt gestaltet sich die Kommunikation mit Obike seit einiger Zeit kompliziert. „Es ist für uns derzeit sehr schwierig mit Obike in Kontakt zu treten“, so Raffl. Denn Ansprechpartner und Geschäftsführer des Unternehmens haben in den letzten Monaten häufiger gewechselt, wirklich zuständig fühlt sich für München anscheinend niemand.

Auch für die AZ war das Leihrad-Unternehmen nicht zu erreichen. Die PR-Agentur, die Obike in Deutschland zuletzt vertrat, arbeitet seit Mai nicht mehr mit dem Unternehmen zusammen. Unter einer Münchner Telefonnummer für Medien- und Geschäftsfragen geht nur ein Band an.

Stadt kann die Räder nicht einfach wegräumen

Das Problem: Rein rechtlich hat die Stadt derzeit keine Handhabe, um die Fahrräder selber von den Straßen zu räumen. Denn solange es die Firma noch gibt, sind die Räder deren Eigentum, das auch auf öffentlichen Grund abgestellt werden darf. Lediglich bei herrenlosen Schrotträdern kann die Stadt eingreifen.

Dabei hätte das Radlchaos wohl leicht verhindert werden können. Denn schon bei der Einführung des Dienstes hatten die Radbeauftragten Obike Hilfe angeboten. „Aber sie haben nicht auf unsere Ratschläge reagiert“, so Raffl.

 

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