Stadt gibt Baufelder her Genossenschaften können planen: Günstige Wohnungen für Freiham

Freiham Nord: Hier sollen bald Wohnungen für 10.000 Menschen entstehen – auch Genossenschaften bekommen nun sechs Baufelder. Foto: iko

Nach dem Protest im Sommer gibt die Stadt sechs Baufelder im neuen Stadtteil für die Hälfte her – nun können Genossenschaften 440 Wohnungen planen.

 

München - Im letzten Sommer noch war der Ärger groß, als herauskam: Keine einzige Genossenschaft, die günstigen Wohnraum für Münchner schaffen könnte, kann sich im neu entstehenden Stadtteil Freiham ein Baufeld leisten – weil die Stadt zu hohe Preise aufgerufen hat. Nachdem die Stadtrats-Vollversammlung auf eine neue Preisgestaltung gedrungen hat, kosten die betroffenen Grundstücke jetzt nur noch die Hälfte. Und der Jubel bei den Bauwilligen ist groß.

Sechs Münchner Genossenschaften haben inzwischen von der Stadt den Zuschlag für die sechs vorgesehenen Baufelder bekommen. Sie wollen nun zusammen rund 440 Wohnungen bauen. Ein Feld geht an die Wogeno. "Wir planen dort 90 Wohnungen auf vier Stockwerken", erklärt Sprecher Thomas Kremer auf AZ-Anfrage. Insgesamt wird die Wogeno (die in den nächsten zehn Jahren 1.000 günstige Wohnungen bauen will) in Freiham 30 bis 40 Millionen Euro investieren – inklusive dem Grundstückspreis. Zwei weitere Felder gehen an die Progeno (100 Wohnungen), eines an die Kooperative Großstadt (35) und ein weiteres an die Wohngenossenschaft München-West (WGMW). Auf das größte Baufeld wollen WGMW und Wagnis gemeinsam rund 140 Wohnungen bauen.

Wohnungen nach der München-Modell-Miete

Möglich wurde die Preissenkung, weil die Stadt den Mix zwischen geförderten und preisgebundenen Wohnungen geändert und den Quadratmeterpreis für "München-Modell-Miete"-Wohnungen halbiert hat. Grundsätzlich gilt, dass auf jedem Genossenschaftsgrundstück nicht nur Sozialwohnungen (EOF) entstehen müssen (dafür kostet der Quadratmeter Geschossfläche rund 300 Euro). Sondern auch Wohnungen nach der München-Modell-Miete für mittlere Einkommen (zuvor rund 600, nun 300 Euro/m²) sowie Wohnungen im "Konzeptionellen Mietwohnungsbau" (KMB; rund 1.200 Euro/m²). Letztere sind viel teurer, weil sie nicht gefördert sind. Sie dürfen 60 Jahre lang nicht verkauft werden und die Stadt schreibt Mietobergrenzen vor.

Bis zum Sommer wurde von den Genossenschaften verlangt, dass 42,5 Prozent ihrer Wohnungen teure KMB-Wohnungen sein müssen. Jetzt sind es nur noch 25 Prozent (dazu 25 Prozent Sozial- und 50 Prozent München-Modell-Wohnungen). Für die Genossenschaften sind damit die Grundstückskosten auf die Hälfte geschrumpft. Laut Christian Stupka, Chef der Dachorganisation "Genossenschaftliche Immobilienagentur" (Gima), haben sie der Stadt insgesamt rund 26,4 Millionen Euro gezahlt. "Anders", sagt er, "wäre es einfach nicht gegangen".

Mehr als 8.000 Wohnungen

Die Stadtverwaltung klopft sich auf die Schulter: Wie das Planungsreferat am Dienstag mitgeteilt hat, sind im Jahr 2018 in München fast 8.100 Wohnungen gebaut worden. Das sei ein überdurchschnittlicher Wert. 2.000 Wohnungen davon seien für kleinere und mittlere Einkommen erschwinglich, so das Referat.

Bei den Baugenehmigungen habe es den zweitbesten Wert überhaupt (nach 2017) gegeben: 12.581 Bauvorhaben seien bewilligt worden. Aufgabe des Planungsreferats ist es zudem, Baurecht zu schaffen. In diesem Bereich hat das Referat 7.000 neue Wohneinheiten in Planungsgebieten auf den Weg gebracht. Den größten Anteil daran hat das Areal auf der ehemaligen Bayernkaserne. Hier wird in wenigen Jahren ein neues Quartier entstehen, in dem dann 15.000 Menschen leben werden. Insgesamt sieht die Stadt einen "positiven Trend" bei den Baugenehmigungen.

 

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