Stadion, Investor, Finanzen Der TSV 1860 und der neue Löwen-Plan

Hoffnungsträger-Duo beim TSV 1860: Cheftrainer Daniel Bierofka (l.) und Geschäftsführer Markus Fauser. Foto: dpa

Geschäftsführer Fauser präsentiert sein Rezept für eine erfolgreiche 1860-Zukunft: Der Verein startet in der Regionalliga, soll im Grünwalder spielen – und zählt weiter auf Ismaik: "Probleme gemeinsam lösen"

 

Markus Fauser belebte den offiziellen Neuanfang des TSV 1860 prompt mit Hoffnungen: "Wir haben unser Budget für die nächsten zwei Jahre so ausgelegt, dass wir eine wettbewerbsfähige Mannschaft haben werden und es bald wieder nach oben geht." Tagelang, von früh bis spät, hatte sich der Wirtschaftsjurist durch Bilanzen, Zahlen, Rechnungen und Sponsorenverträgen gearbeitet. Was die wenigsten für möglich hielten, bewerkstelligte der Schwabe binnen kürzester Zeit. Er stellte einen Finanzplan auf, mit dem es für die Löwen schnellstmöglich wieder eine Etage höher gehen soll.

Die AZ fasst die wichtigsten Ergebnisse der Pressekonferenz mit dem neuen Geschäftsführer zusammen:

Der TSV 1860 und die Liga

"Wir werden Regionalliga spielen", meinte Fauser fest entschlossen. Er werde in den kommenden zwei Wochen die dafür erforderlichen Anträge beim Bayerischen Fußball-Verband einreichen, schilderte der neue Sechzig-Boss. "Die meisten Vereine freuen sich auf uns", erzählte Chefcoach Daniel Bierofka, ebenfalls anwesend. Für den BFV gilt es nun jedoch, unter massiver Berücksichtigung der Sechzger, im Expressverfahren einen fairen Spielplan zu erstellen.

Das Stadion


Das Grünwalder Stadion: Hier will der TSV 1860 künftig spielen.

"Wir werden alles dafür tun, um im Grünwalder spielen zu können", erklärte Fauser ohne Umschweife. "Die Allianz Arena macht für uns in der Regionalliga keinen Sinn." Deswegen werde er in den kommenden Tagen das Gespräch mit dem FC Bayern über einen Auszug aus der Arena in Fröttmaning führen. Er wird vom Gusto des Stadtrivalen abhängen, dennoch macht Fauser den Eindruck eines geschickten Diplomaten.

Der Geschäftsführer

Er sei schon jetzt mit dem Herzen dabei, versicherte der neue Boss der AZ. Fauser blickte am Nachmittag ungläubig aus den Büros der Geschäftsstelle auf den Trainingsplatz, als er sah, wie viele Fans kamen. Die Mitarbeiter aus der Geschäftsstelle sind zuversichtlich – Fauser soll nicht zuletzt ihre Jobs sichern.

Er gilt als Pragmatiker, seine Kanzlei wickelte in der Vergangenheit schon weit größere Sanierungen ab. Entsprechend gelassen blieb der Stuttgarter, als er auf die Attacken von Investor Hasan Ismaik angesprochen wurde. Er habe dem Gesellschafter klargemacht, dass er da sei, um die Sanierung voranzutreiben, erzählte er. "Es ist nicht unser Ziel, auf einen Insolvenzantrag hinzuarbeiten." Keine Frage: Fauser, der sich als "Sanierungs-Geschäftsführer" bezeichnete, macht den Eindruck, als bringe er das Rückgrat für die Scharmützel in Giesing mit.

Der Investor

Nicht zuletzt muss Fauser den Mehrheitseigner Ismaik zähmen. "Ich verstehe meinen Job so, dass wir die Probleme gemeinsam lösen. So werde ich das angehen", sagte er. "Ich bin beiden Gesellschaftern Rechenschaft pflichtig." Ein persönliches Gespräch mit Ismaik habe er noch nicht geführt. Allerdings: Fauser verwies auf Drittmittel, darauf, dass er bereits jetzt einen Finanzplan für die kommenden zwei Jahre aufgestellt habe. Er sprach es nicht aus, ein Drittliga-Aufstieg dürfte darin aber enthalten sein. Es zeigt, dass Fauser es sich offenbar zutraut, notfalls ohne das Geld des Investors einen zweistelligen Millionen-Etat zu stemmen.

Die Finanzen

"Wir haben die Budgetplanung so aufgestellt, dass der Wunschkader auch möglich ist", erklärte der neue Löwen-Boss. "Wir werden nicht da sparen, wo der sportliche Erfolg beeinträchtigt würde." Trotz der prekären Lage sind offenbar Transfers möglich – oder die Option, Spieler durch Angebote zu halten.

"Wir wollen gemeinsam mit den Sponsoren, die uns bisher begleitet haben, den Weg weitergehen und die Region Bayern wieder in den Vordergrund rücken", schilderte Fauser. Auch dies ist ein Verweis darauf, dass er Sechzig aus der Abhängigkeit des Investors loslösen will.

 

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