Staatsmedaille für soziale Verdienste Bayerns Herzen aus Gold: Die AZ stellt drei Geehrte vor

Wurden mit der Staatsmedaille für soziale Verdienste geehrt: Irina Wanka, Alexandra Gaßmann und Thomas Bihler (v.l.) Foto: AZ-Montage/Daniel von Loeper

Im Max-Joseph-Saal werden Engagierte mit einer Staatsmedaille geehrt. Die AZ stellt drei von ihnen vor.

 

München - "Wer Gutes tun will, muss es verschwenderisch tun", zitiert Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Montag Martin Luther. Die Menschen, die sie in die Residenz eingeladen hat, sind in diesem Sinne besonders verschwenderisch. Dafür bekommen 20 Männer und Frauen mit den goldenen Herzen die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste verliehen.

Unter ihnen ist Bayern-Torwart Manuel Neuer, dessen Stiftung ein Kinderhaus in Riem eröffnen will. Einige der Geehrten erzählen in der AZ, wie sie sich für andere einsetzen.

Hilfe für die kleinen Müllsammler

Das sind wirklich katastrophale Zustände", berichtet Thomas Bihler aus Hallbergmoos mit ernstem Blick. Der Vorsitzende des Flughafenvereins hat bei einem Besuch in der Türkei letztes Jahr Kinder bemerkt, die in großer Not leben. "Da war ein Tierheim, voller Kadaver, und nur etwa 150 Meter weiter standen zwischen lauter Müll die Zelte von etwa 100 Familien. Die Kinder leben davon, den Müll zu sammeln und hatten ganz verätzte Hände davon", erzählt er.

Zuallererst ging er los und hat Lebensmittel für die Menschen gekauft. Aus diesem ersten Kontakt ist eine kontinuierliche Hilfe geworden. Viermal hat Bihler die Familien jetzt schon besucht und sie mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten versorgt. Der Flughafenverein hilft auch Menschen in Lettland oder der Ukraine.

Sicherheit, wenn der Vorhang fällt

Die Situation für Schauspielerinnen und Schauspieler, die ohne festes Engagement sind, die sich nicht in den glamourösen Glitzerkreisen bewegen, ist schwierig. "Die Sender haben wenig Geld, es gibt weniger Drehtage und damit weniger Gage. Lohnfortzahlungen ohne konkretes Engagement gibt es sowieso nicht und wenn sie krank werden, verdienen sie auch nichts", erklärt Irina Wanka. Selbst Schauspielerin ("WaPo Bodensee", "Tatort"), engagiert sie sich im "Interessensverband deutscher Schauspieler", um die soziale Absicherung ihrer Kolleginnen und Kollegen zu verbessern.

Ein besonderes Problem ist für sie auch die Altersarmut. "Selbst in Jahren, in denen sie gut verdienen, können viele Schauspieler einfach nicht ausreichend vorsorgen", erklärt sie. Die Interessensgemeinschaft bietet vor allem rechtliche Unterstützung und engagiert sich politisch.

Lästig sein für die Heimat anderer

"Die vernagelten Fenster und die nicht funktionierenden Heizungen, die haben mich wirklich auf die Palme gebracht", erinnert sich die Laimer Stadträtin Alexandra Gaßmann (CSU). Sie ist für ihren besonderen Einsatz im Kampf um das Quartier Alte Heimat mit der Medaille geehrt worden – ein Kampf, den sie mit Erfolg ausgefochten hat. "Man darf nicht darauf warten, dass jemand etwas macht, sondern muss selbst etwas tun", beschreibt sie ihre Motivation. Jetzt will sie um die Barrierefreiheit am Laimer Bahnhof kämpfen und warnt die Deutsche Bahn: "Ich werde sehr lästig sein."

 

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